Haiarten · Requiemhaie (Carcharhinidae)

Pazifischer Scharfnasenhai

Der Pazifische Scharfnasenhai ist der Alltagshai des östlichen tropischen Pazifiks: ein schlanker Menschenhai mit langer Schnauze, kaum anderthalb Meter lang, der die Fischmärkte von Mazatlán bis Guayaquil füllt. Er ist der einzige Rhizoprionodon in dem Ozean, in dem er lebt, und schon das macht ihn leicht zu benennen, sobald man weiß, worauf man achten muss.

Rhizoprionodon longurioIUCN GefährdetBis zu 1,5 mAktualisiert September 2026Geprüft von SharkSider Editorial Team
Verbreitungskarte des Pazifischen Scharfnasenhais
Kurz gesagt

Der Pazifische Scharfnasenhai (Rhizoprionodon longurio) ist ein kleiner Menschenhai des östlichen Pazifikschelfs, der etwa 1,54 m (5 ft) erreicht, wobei Weibchen größer werden als Männchen und die meisten ausgewachsenen Tiere zwischen 90 cm und 1,1 m messen. Er hat eine sehr lange, spitze Schnauze, lange Furchen an den Mundwinkeln, eine zweite Rückenflosse, die weit hinten über der Afterflosse sitzt, und einen bronzegrauen Rücken über einem weißen Bauch.

Er jagt kleine Knochenfische, Garnelen, Krabben und Tintenfische über Sand und Schlamm, meist flacher als 30 m. Weibchen tragen ein bis zwölf plazentare Junge zehn bis zwölf Monate lang aus und bringen sie in küstennahen Buchten zwischen April und Juli zur Welt. Die IUCN führt die Art als gefährdet, weil sie von handwerklichen Flotten überall gefangen wird, und sie war noch nie für einen Biss an einem Menschen verantwortlich.

  • Maximale Länge1,54 m (5 ft); Weibchen größer, Männchen bis etwa 1,1 m
  • GewichtKein verlässlicher publizierter Höchstwert; ausgewachsene Tiere sind klein, etwa 5-15 kg
  • LebensdauerNicht sicher belegt; nahe Verwandte werden etwa 8-12 Jahre alt
  • TiefenbereichVon der Oberfläche bis 100 m (330 ft), meist unter 30 m
  • NahrungKleine Knochenfische, Garnelen, Krabben, Tintenfische
  • IUCN-StatusGefährdet (bewertet 2019)
Wissenschaftliche Klassifikation
Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Chondrichthyes
Ordnung
Carcharhiniformes
Familie
Carcharhinidae
Gattung
Rhizoprionodon
Art
Rhizoprionodon longurio
Familie (deutsch)
Requiemhaie
Auch bekannt als
Cazón bironche, Bironche, Pazifischer Spitznasenhai
Auf dieser Seite
  1. Woran man einen Pazifischen Scharfnasenhai erkennt
  2. Wie groß werden Pazifische Scharfnasenhaie?
  3. Wo Pazifische Scharfnasenhaie leben
  4. Was Pazifische Scharfnasenhaie fressen
  5. Verhalten, Sinne und Alltag
  6. Fortpflanzung und Lebensdauer
  7. Sind Pazifische Scharfnasenhaie für Menschen gefährlich?
  8. Schutzstatus
  9. Ähnliche Arten und nahe Verwandte
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

Woran man einen Pazifischen Scharfnasenhai erkennt

Man beginnt bei der Schnauze. Die Schnauze eines Scharfnasenhais ist lang, abgeflacht und läuft spitz zu, und ihre Länge vor dem Maul ist größer als die Breite des Mauls selbst. Fährt man mit dem Finger zurück zum Mundwinkel, findet man das zweite Gattungsmerkmal: tiefe Lippenfurchen, lang genug, um ohne Öffnen des Mauls sichtbar zu sein. Nur sehr wenige Menschenhaie zeigen diese Furchen so deutlich.

Die Flossen entscheiden die Bestimmung. Die zweite Rückenflosse ist winzig, und ihr Ursprung liegt weit hinten, über der mittleren oder hinteren Hälfte der Basis der Afterflosse, statt über dem Ursprung der Afterflosse wie bei einem jungen Carcharhinus. Es gibt keinen Hautkamm entlang des Rückens zwischen den beiden Rückenflossen. Die Brustflossen sind kurz und schmal gewinkelt, und die letzten beiden der fünf Kiemenspalten stehen über der Basis der Brustflosse.

Die Farbe ist schlicht und nützlich: bronze bis graubraun oben, abrupt weiß unten, mit einem hellen Saum am hinteren Rand jeder Brustflosse und einem dunklen oder schwärzlichen Fleck entlang des oberen Schwanzlappens. Die Zähne sind klein und schräg, mit einer einzigen schmalen Spitze und nur schwacher Zähnelung, und die oberen und unteren Reihen sehen sich sehr ähnlich, das Gegenteil des Schneide-und-Halte-Kontrasts, der bei größeren Menschenhaien zu sehen ist.

Wie groß werden Pazifische Scharfnasenhaie?

Dies ist ein kleiner Hai, und der ältere, im Internet kursierende Wert von etwa 1,3 m (4 ft 3 in) untertreibt ihn. Die größten zuverlässig gemessenen Tiere sind Weibchen mit etwa 1,54 m (5 ft) Gesamtlänge, und eine Übersichtsarbeit von 2023 berichtet von Exemplaren nahe 1,7 m vom südlichen Ende des Verbreitungsgebiets. Männchen sind deutlich kürzer und erreichen höchstens etwa 1,1 m. Bei einer gewöhnlichen Marktanlandung sind die Tiere noch kleiner: die meisten ausgewachsenen Tiere liegen zwischen 90 cm und 1,1 m.

Das Gewicht wird selten erfasst, da die Art stückweise verkauft und nicht einzeln gewogen wird. Ein Hai dieser Statur ist schlank und leicht für seine Länge, und ein großes Weibchen wiegt etwa zehn bis fünfzehn Kilogramm statt der Dutzenden Kilogramm, die ein Schwarznasenhai oder Bindenhai ähnlicher Länge auf die Waage bringen würde.

Die Jungen werden mit 31 bis 34 cm geboren, etwa einem Fünftel der maximalen Länge, was für ein Neugeborenes im Verhältnis zum ausgewachsenen Tier groß ist und typisch für einen Hai, der wenige, gut entwickelte Junge zur Welt bringt. Weibchen werden bei etwa 93 cm geschlechtsreif, Männchen bei etwa 1 m, sodass ein geschlechtsreifer Pazifischer Scharfnasenhai bereits zwei Drittel der Länge erreicht hat, die er je erreichen wird. Der Maßstab unten stellt diese maximale Länge neben einen 1,8 m großen Taucher.

Größte gemessene Länge: Pazifischer Scharfnasenhai neben einem 1,8 m großen Taucher
Pazifischer Scharfnasenhai1,5 m (5,1 ft)
Taucher1,8 m (6 ft)

Wo Pazifische Scharfnasenhaie leben

Die Art gehört zum östlichen tropischen Pazifik und sonst nirgendwohin. Ihre nördliche Grenze liegt in südlichen Kalifornien, wo sie ein seltener warmzeitlicher Irrgast ist, und die Population wird südlich der Grenze rasch dichter. Der Golf von Kalifornien ist das Zentrum der Häufigkeit: handwerkliche Fischerlager in Sinaloa, Sonora und Baja California Sur in Mexiko landen ihn zu Tausenden an. Von dort verläuft das Verbreitungsgebiet ununterbrochen entlang der Pazifikküste Mittelamerikas durch El Salvador und Costa Rica bis nach Ecuador und in den Norden Perus.

Es ist ein Schelftier. Die meisten Fänge stammen aus Wasser flacher als 30 m über Sand und weichem Schlamm, und die zuverlässigsten Tiefenrekorde erreichen etwa 100 m, was die häufig wiederholte Behauptung korrigiert, die Art halte bei 27 m an. Sie verträgt das trübe, leicht brackige Wasser von Ästuaren und Mangrovenlagunen und wird oft in Sichtweite des Strandes gefangen, dringt aber nicht wie ein Bullenhai weit flussaufwärts vor.

Innerhalb dieses Gebiets bewegen sich die Haie mit den Jahreszeiten. Im Golf von Kalifornien deuten Markierungs- und Fischereidaten auf eine nordwärts gerichtete Verschiebung im Frühjahr hin, wenn sich das Wasser erwärmt, wobei trächtige Weibchen in flache Buchten kommen, um dort zu gebären, während die Schwärme im Herbst wieder südwärts ziehen. Die Wassertemperatur scheint eher als die Tiefe den Zeitplan zu bestimmen.

Verbreitungskarte des Pazifischen Scharfnasenhais
Wo der Pazifische Scharfnasenhai lebt: der küstennahe Schelf des östlichen Pazifiks, von Südkalifornien und dem Golf von Kalifornien südlich bis nach Peru.
Wo Sie ihn auf SharkSider finden

10 Länder führen die Art Pazifischer Scharfnasenhai in ihrem Artenführer; die Zahl ist die Anzahl der Vorfälle, die ihr dort in der SharkSider-Datenbank zugeschrieben werden. Alle Führer unter Haie weltweit und Haie in den USA.

Was Pazifische Scharfnasenhaie fressen

Magenuntersuchungen aus dem Golf von Kalifornien und dem mexikanischen Festlandschelf zeigen einen Räuber kleiner, weicher Beute. Knochenfische dominieren: Sardellen, Sardinen, Heringe, Umberfische, Grunzer, Meerwelse und kleine Plattfische, die meisten davon Schwarmarten, die über denselben sandigen Böden ziehen, die der Hai durchstreift. Garnelen und kleine Schwimmkrabben folgen, und Tintenfische und Kraken tauchen regelmäßig, aber in geringeren Mengen auf.

Das Gebiss erklärt den Speiseplan. Diese schmalen, schwach gezähnten Zähne sind Greifwerkzeuge, keine Sägen, sodass Beute gepackt und im Ganzen verschluckt wird, statt in Stücke geschnitten zu werden. Ein Hai dieser Größe kann nichts Großes überwältigen, und er versucht es auch nicht; die Strategie besteht darin, sehr viele kleine Mahlzeiten statt weniger großer zu sich zu nehmen. Analysen, die die Art im Nahrungsnetz einordnen, setzen sie auf eine mittlere trophische Ebene, über den Planktonfressern und deutlich unter dem Bogenstirn-Hammerhai, der sich dieselben Kinderstubenbuchten teilt.

Am stärksten wird in der Dämmerung und während der Nacht gefressen, wenn die Fischschwärme, denen der Hai folgt, das offene Wasser verlassen und sich in Bodennähe niederlassen. Jungtiere in flachen Lagunen setzen stärker auf Garnelen und andere Krebstiere, und der Wechsel zu Fisch kommt mit zunehmender Größe. Da dieselben Garnelengründe sowohl die Haie als auch die Trawler anziehen, überschneiden sich Nahrung und Fischerei fast vollständig.

Verhalten, Sinne und Alltag

Pazifische Scharfnasenhaie leben in lockeren Gruppen, die grob nach Größe und Geschlecht sortiert sind, ein für die Gattung typisches Muster, das sich deutlich in Fanganlandungen zeigt: Ein einziger Netzzug bringt oft eine Reihe ähnlich großer Tiere. Erwachsene Männchen und trächtige Weibchen werden im selben Monat häufig an unterschiedlichen Orten gefangen, was darauf hindeutet, dass sich die Geschlechter einen Großteil des Jahres trennen und sich nur um die Paarungszeit herum treffen.

Wie andere schnell schwimmende Menschenhaie scheint er ein obligater Staudruckatmer zu sein, der Wasser durch Schwimmen statt durch Pumpen über die Kiemen leitet, sodass das Tier fast nie stillsteht. Ununterbrochenes Schwimmen in warmem, flachem, sauerstoffarmem Lagunenwasser ist aufwendig, was ein Grund dafür ist, warum die Art im Vergleich zu den Tiefwasserhaien auf dieser Website schnell wächst und jung stirbt.

Seine Sinne sind das übliche Werkzeug der Menschenhaie und nichts Exotisches. Die Augen sind groß im Verhältnis zum Kopf und besitzen ein reflektierendes Tapetum, das im trüben, grünen Wasser hilft; die Nasenlöcher sitzen weit vorne auf der langen Schnauze, was einen weiten Abstand zwischen ihnen und gute Richtungsinformation über Geruchsspuren liefert; und die gallertgefüllten Poren der Lorenzinischen Ampullen nehmen die schwachen elektrischen Felder vergrabener Garnelen und Plattfische aus nächster Nähe wahr. Die Schnauze selbst dient als Sonde und streicht wenige Zentimeter über dem Sand, während der Hai den Boden absucht.

Fortpflanzung und Lebensdauer

Der Pazifische Scharfnasenhai ist im vollsten Sinne lebendgebärend: Nachdem der Embryo seinen Dotter aufgebraucht hat, heftet sich der geleerte Dottersack an die Gebärmutterwand und wird zu einer echten Plazenta, über die die Mutter für den Rest der Trächtigkeit Sauerstoff und Nahrung liefert. Dies ist das typische Muster der Menschenhaie, und es bringt eine kleine Zahl großer, gut ausgebildeter Junge hervor.

Die Würfe umfassen ein bis zwölf Junge und liegen im Schnitt bei sieben bis acht, was nach Haistandards großzügig ist und der Hauptgrund dafür ist, dass die Art die starke Befischung bisher überstanden hat. Die Tragzeit beträgt etwa zehn bis zwölf Monate, und die Geburten konzentrieren sich von April bis Juli in flachem, geschütztem Küstenwasser. Buchten und Mangrovenlagunen entlang der mexikanischen Küste dienen als Kinderstuben, und Neugeborene von 31 bis 34 cm bleiben in ihrem ersten Jahr in diesem flachen, warmen, raubtierarmen Wasser.

Alter und Wachstum sind der schwächste Teil des Bildes. Wirbelzählungen aus dem Golf von Kalifornien deuten auf schnelles frühes Wachstum und Geschlechtsreife innerhalb weniger Jahre hin, doch keine Studie hat bislang ein validiertes Höchstalter für die Art ermittelt, und die ehrliche Antwort ist, dass ihre Lebensdauer unbekannt ist. Verwandte Arten wie der Atlantische Scharfnasenhai werden auf etwa acht bis zwölf Jahre geschätzt, und es wäre überraschend, wenn dieser deutlich länger leben würde (siehe wie lange Haie leben).

Sind Pazifische Scharfnasenhaie für Menschen gefährlich?

Nein. Ein Hai, der selten anderthalb Meter überschreitet, der Sardellen und Garnelen jagt und dessen Zähne kleine, zum Greifen gebaute Stifte sind, ist nicht dazu ausgestattet, einen Schwimmer zu verletzen, und die Bilanz bestätigt das: Die SharkSider-Datenbank verzeichnet keinen einzigen dieser Art zugeschriebenen Vorfall in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet. Weder das International Shark Attack File noch die Fischereiliteratur verzeichnen einen Biss. Er ist einer der häufigsten Haie in den warmen Untiefen des östlichen Pazifiks, teilt sich das Wasser jeden Tag des Jahres mit Badenden an Hunderten Stränden, und nichts geschieht.

Die eine Situation, die Vorsicht verdient, ist der Umgang mit dem Tier. Fischer, die vor Sinaloa und Nayarit mit Kiemennetzen und Langleinen arbeiten, fangen diese Haie zu Tausenden, und ein lebendes Tier an Deck windet sich und schnappt zu; die Zähne sind klein, aber scharf genug, um eine Hand aufzureißen. Das ist eine Handhabungsverletzung, kein Angriff, und dasselbe Risiko, das jeder kleine Hai birgt. Im Wasser dreht sich ein Pazifischer Scharfnasenhai ab und verschwindet lange bevor ein Schwimmer oder Taucher bemerkt, dass er da war.

In der SharkSider-Datenbank ist kein Vorfall dieser Art zugeordnet. Die Datenbank stützt sich auf das International Shark Attack File, das Global Shark Attack File und geprüfte lokale Berichte und wird wöchentlich aktualisiert.

Schutzstatus

Die Rote Liste der IUCN stufte Rhizoprionodon longurio 2019 als gefährdet ein, mit einer rückläufigen Population. Nichts Exotisches treibt diesen Rückgang: Es ist schlicht der Hai, den die handwerklichen Flotten des östlichen Pazifiks am häufigsten fangen. Frisch, gesalzen oder getrocknet als Cazón verkauft, ist er von Sonora bis Ecuador ein Grundnahrungsmittel und wird in Kiemennetzen, an Grundlangleinen und als Beifang in den Garnelen-Schleppnetzfischereien gefangen, die denselben schlammigen Schelf befischen. Da die Kinderstuben in flachen Buchten nahe den Fischerlagern liegen, trifft es die jüngsten Altersklassen am härtesten.

Es existiert etwas Schutz. Mexiko schließt seine Pazifik-Haifischereien jedes Jahr vom 1. Mai bis zum 31. Juli, ein Zeitfenster, das den Höhepunkt der Geburten abdeckt, und die Meldepflichten haben sich verbessert, seit die Art in nationale Fischereinormen aufgenommen wurde. Im November 2023 wurde die gesamte Familie Carcharhinidae, diesen Hai eingeschlossen, in Anhang II von CITES aufgenommen, sodass der internationale Handel mit seinen Flossen und seinem Fleisch nun eine Genehmigung und den Nachweis der Nachhaltigkeit des Handels erfordert.

Was fehlt, ist die grundlegende Wissenschaft. Ohne eine validierte Alters- und Wachstumskurve können Fischereimanager nicht sagen, wie viel Befischung der Bestand verträgt, und die Fangstatistiken in weiten Teilen Mittel- und Südamerikas fassen alle kleinen Haie unter Cazón zusammen. Eine bessere artspezifische Erfassung würde diesem Tier mehr helfen als jede neue Vorschrift, ein Problem, das es mit den meisten Haien auf unserer Liste gefährdeter Arten teilt.

Ähnliche Arten und nahe Verwandte

Innerhalb der Gattung hat der Pazifische Scharfnasenhai sechs oder sieben Vettern, alle nach demselben schlanken, langschnäuzigen Bauplan konstruiert, und keiner teilt seinen Ozean. Im westlichen Atlantik sind die entsprechenden Tiere der Atlantische Scharfnasenhai vor der Küste der Vereinigten Staaten, der Karibische Scharfnasenhai und der Brasilianische Scharfnasenhai; im Indischen Ozean und im westlichen Pazifik gibt es den Milchhai und den kleineren Grauen Scharfnasenhai. Da sich die Verbreitungsgebiete nicht überschneiden, bestimmt die Geografie allein das jeweilige Gattungsmitglied.

Die tatsächlich vorkommenden Verwechslungen betreffen andere kleine Haie des östlichen Pazifiks. Der Weißnasenhai ist die nächste Falle: ähnliche Größe, ähnliche Form, ähnlicher Lebensraum, aber seine Schnauze trägt eine auffällige helle Spitze, seine Nasenlöcher sind ungewöhnlich groß, und die zweite Rückenflosse sitzt weiter vorne. Der Pazifische Kleinschwanzhai, das östliche Pazifik-Gegenstück zum Kleinschwanzhai, ist gedrungener, hat eine kürzere Schnauze und fehlende lange Lippenfurchen. Jungtiere mehrerer Carcharhinus-Arten tauchen in denselben Netzen auf, und für sie alle gilt derselbe Test: Man achte auf die Position der zweiten Rückenflosse und die Furchen neben dem Maul.

Häufige Fragen

Wie groß wird ein Pazifischer Scharfnasenhai?

Die größten zuverlässig gemessenen Tiere sind Weibchen mit etwa 1,54 m (5 ft), mit einigen Berichten von bis zu 1,7 m aus dem Süden des Verbreitungsgebiets. Männchen sind kleiner und überschreiten selten 1,1 m. Die meisten von Fischern angelandeten ausgewachsenen Tiere liegen zwischen 90 cm und 1,1 m, und neugeborene Junge messen 31 bis 34 cm.

Wo lebt der Pazifische Scharfnasenhai?

Nur im östlichen Pazifik, von Südkalifornien als warmzeitlicher Irrgast über den Golf von Kalifornien und die Pazifikküste Mexikos und Mittelamerikas bis nach Ecuador und in den Norden Perus. Er hält sich auf dem Schelf über Sand und Schlamm auf, meist flacher als 30 m, und dringt in trübe Buchten, Ästuare und Mangrovenlagunen ein.

Was frisst der Pazifische Scharfnasenhai?

Kleine Knochenfische machen den Großteil der Nahrung aus: Sardellen, Sardinen, Heringe, Umberfische, Grunzer, Meerwelse und kleine Plattfische. Danach folgen Garnelen und Schwimmkrabben, mit Tintenfischen und Kraken, die regelmäßig gefressen werden. Ihre schmalen Zähne greifen statt zu schneiden, sodass die Beute im Ganzen verschluckt wird. Die Fressaktivität erreicht ihren Höhepunkt in der Dämmerung und während der Nacht.

Sind Pazifische Scharfnasenhaie gefährlich?

Nein. Es gibt nirgendwo einen Nachweis, dass diese Art einen Schwimmer oder Taucher gebissen hat, und die SharkSider-Datenbank verzeichnet keinen ihr zugeschriebenen Vorfall. Er ist zu klein, zu scheu und zu schwach bezahnt, um eine Bedrohung darzustellen. Das einzige reale Risiko besteht für Fischer, die einen lebenden Hai an Deck handhaben, was eine Handhabungsverletzung und kein Angriff ist.

Wie viele Junge bekommt ein Pazifischer Scharfnasenhai?

Die Würfe reichen von einem bis zu zwölf Jungen und liegen im Schnitt bei sieben bis acht. Die Trächtigkeit dauert etwa zehn bis zwölf Monate, und die Embryonen werden nach Aufbrauchen des Dotters über eine echte Plazenta ernährt. Die Geburten konzentrieren sich zwischen April und Juli in flachen Küstenbuchten und Mangrovenlagunen, die als Kinderstuben dienen.

Wie lange lebt ein Pazifischer Scharfnasenhai?

Für diese Art wurde kein validiertes Höchstalter veröffentlicht, sodass die ehrliche Antwort lautet, dass es niemand weiß. Wirbelstudien deuten auf schnelles Wachstum und Geschlechtsreife innerhalb weniger Jahre hin, bei etwa 93 cm bei Weibchen und 1 m bei Männchen. Eng verwandte Scharfnasenhaie werden auf etwa acht bis zwölf Jahre geschätzt.

Ist der Pazifische Scharfnasenhai vom Aussterben bedroht?

Die IUCN stufte ihn 2019 als gefährdet ein, mit rückläufiger Population. Er ist der Hai, der am häufigsten von handwerklichen Flotten von Mexiko bis Ecuador gefangen und als Cazón verkauft wird, und er wird auch als Beifang in Garnelen-Schleppnetzen gefangen. Seit November 2023 stehen alle Menschenhaie, diesen eingeschlossen, in Anhang II von CITES.

Wie unterscheidet man einen Pazifischen Scharfnasenhai von anderen kleinen Haien?

Achte auf zwei Merkmale. Die Schnauze ist lang, flach und spitz, vor dem Maul länger als das Maul breit ist, und es gibt lange Furchen an den Mundwinkeln. Dann schaue auf die kleine zweite Rückenflosse: Ihr Ursprung liegt über der Mitte oder dem hinteren Teil der Afterflosse, nicht über deren Vorderkante.

Kann man Pazifischen Scharfnasenhai essen?

Ja, und Millionen Menschen tun es. Frisch, gesalzen oder getrocknet als Cazón verkauft, ist er ein billiges Alltagseiweiß in Mexiko und Mittelamerika und erscheint in Tacos, Empanadas und Eintöpfen. Da er klein und kurzlebig ist, reichert er weniger Quecksilber an als große Raubhaie, auch wenn der übliche Ratschlag zur Begrenzung des Verzehrs von Haifleisch weiterhin gilt.

Warum heißt er Scharfnasenhai?

Wegen der Schnauze, die ungewöhnlich lang ist und spitz zuläuft. Der Gattungsname Rhizoprionodon stammt von griechischen Wurzeln, die Wurzel, Säge und Zahn bedeuten, ein Verweis auf die kleinen gesägten Zähne. Der Artname longurio bedeutet eine lange, hagere Person, ein weiterer Hinweis auf den schlanken, gestreckten Körperbau des Hais.

Quellen

  1. Rhizoprionodon longurio (Pacific Sharpnose Shark), IUCN Red List of Threatened Species
  2. Rhizoprionodon longurio, FishBase species summary
  3. Rhizoprionodon longurio, Smithsonian Tropical Research Institute Shorefishes of the Eastern Pacific
SharkSider Editorial Team
Geschrieben und geprüft von
SharkSider Editorial Team

Ein kleines Team, das sich auf die Erforschung von Haien konzentriert und Meeresbiologie verständlich macht. Jede Seite wird mit aktuellen Artendaten und der SharkSider-Bissdatenbank abgeglichen und aktualisiert, sobald neue Vorfälle oder Forschungsergebnisse vorliegen.

Veröffentlicht am 31. Oktober 2022 · Zuletzt aktualisiert am 22. September 2026 · Kein Vorfall in der wöchentlich aktualisierten SharkSider-Angriffsdatenbank ist dieser Art zugeordnet.

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