Ja, in Tunesien gibt es Haie, 32 solide belegte Arten, und das Land ist eine echte Hai-Hochburg des Mittelmeers. Am ehesten begegnet man den Glatthaien und Sandbankhaien des Golfs von Gabès, dem Kleingefleckten Katzenhai und dem Ammenhai an den nördlichen Riffen sowie dem Blauhai und dem Kurzflossen-Mako im tiefen Wasser der Straße von Sizilien. Tunesien hat zudem den stärksten Weißhai-Nachweis im Mittelmeer, zentriert auf die Gewässer vor Sfax und den Kerkennah-Inseln.
Für Badende ist das Risiko praktisch null. Die SharkSider-Datenbank verzeichnet für Tunesien drei Fälle zwischen 1909 und 1982, einer davon tödlich: ein Helmtaucher, der 1909 vor Sfax auf den Schwammbänken arbeitete, ein Speerfischer nahe Bizerta 1982 und ein Windsurfer, der im selben Jahr in Skanes bei Monastir am Oberschenkel gebissen wurde. Seither ist in vier Jahrzehnten nichts mehr registriert worden, an einer Küste, die heute jährlich Millionen Strandurlauber empfängt.
- Erfasste Haiarten32 solide belegt
- SchutzstatusBarcelona-Konvention und GFCM-Listen; Zembra-Nationalpark seit 1977
- Am häufigsten vom Strand aus gesehenGlatthaie und Sandbankhaie (Golf von Gabès)
- Besonderes ErlebnisDie Heimatgewässer des mediterranen Weißen Hais
- Vorfälle in der Datenbank3 (1909–1982), 1 tödlich; keiner seit 1982
- Wassertemperatur14–15 °C im Februar, 26–29 °C im August

Auf dieser Seite
- Warum es in Tunesien so viele Haie gibt
- Liste der verschiedenen Haiarten in Tunesien
- Wo man in Tunesien Haie sehen kann
- Beste Reisezeit, um Haie in Tunesien zu sehen
- Haiangriffe in Tunesien: Was die Aufzeichnungen wirklich zeigen
- Ist Schwimmen und Schnorcheln in Tunesien sicher?
- Haischutz in Tunesien
- Haie in benachbarten Gewässern
- Häufige Fragen
- Quellen
Warum es in Tunesien so viele Haie gibt
Ein Blick auf eine Tiefenkarte des Mittelmeers erklärt Tunesien von selbst. Das Meer verengt sich zwischen Kap Bon und Sizilien auf 145 km, und der Meeresboden dort ist eine breite, flache Schwelle, das Tunesische Plateau, das sich südlich bis in den Golf von Gabès und östlich in Richtung Libyen erstreckt. Auf dem größten Teil dieses Plateaus ist das Wasser über hundert Kilometer vor der Küste weniger als 200 m tief, was anderswo in einem Meer, dessen Becken auf 3.000 m und mehr abfallen, unerhört ist. Flach, sonnendurchflutet und von den größten Seegraswiesen des Mittelmeers bedeckt, ist das Plateau seit jeher ein Nahrungsgebiet und eine Kinderstube für Haie, solange man dort fischt.
Der Golf von Gabès ist das Herzstück. Begrenzt von den Kerkennah-Inseln im Norden und Djerba im Süden, ist er so flach und so sanft geneigt, dass er die einzigen echten Gezeiten des Mittelmeers hat, bis zu zwei Meter in Gabès selbst. In seinem warmen, trüben Wasser gebären Sandbankhaie, versammeln sich Glatthaie zu Tausenden, überleben Engelhaie dort, wo sie im übrigen Meer längst verschwunden sind, und, entscheidend, hier scheint sich die kleine mediterrane Population Weißer Haie fortzupflanzen. Trächtige Weibchen und neugeborene Weiße Haie wurden aus dem Golf von Gabès und der Straße von Sizilien häufiger gemeldet als aus jedem anderen Teil des Beckens, weshalb Meeresbiologen diesen Winkel Tunesiens als regionale Kinderstube der Art betrachten.
Nördlich von Kap Bon wird die Küste felsig und das Wasser tief. Der Golf von Tunis, die Zembra-Inseln, Kap Blanc bei Bizerta und der Galite-Archipel vor Tabarka liegen auf einem schmaleren Schelf, der ins Algerische Becken abfällt, und hier übernehmen die pelagischen Haie und die Tiefwasserarten: Blauhaie und Makos auf den Schwertfischgründen, Grauhaie, Schlurfhaie und Laternenhaie am Hang sowie Katzenhaie und Ammenhaie an den Korallenriffen, für die Tabarkas Tauchzentren bekannt sind. Zwei Küsten, zwei Meere, und dazwischen eine längere Hailiste als die jedes anderen nordafrikanischen Landes.
Liste der verschiedenen Haiarten in Tunesien
Jeder Hai unten ist mit einem soliden Nachweis in tunesischen Gewässern belegt, gestützt auf die Anlandungen in Sfax, Gabès, Zarzis, Kelibia und Bizerta, auf mediterrane Schleppnetz-Erhebungen, die den tunesischen Schelf einschließen, und auf veröffentlichte Sichtungs- und Fangdaten. Die Größenangaben sind typische Erwachsenenmaße, nicht die des größten je gemessenen Fisches. Die Spalte Risiko betrifft einen Badenden an einem tunesischen Strand; sie ist für genau eine Art hoch, den Weißen Hai, und selbst dieses Tier wurde hier noch nie mit einem bestätigten Angriff auf einen Badenden in Verbindung gebracht. Tunesier nennen Haie kalb el bhar, den Meereshund, und die auf den Märkten verkauften Glatthaie und Dornhaie schlicht kalb.
| Art | Größe ausgewachsen | Risiko für Badende | Wo in Tunesien & Hinweise |
|---|---|---|---|
Weißer HaiCarcharodon carcharias![]() | 4–6 m (13–20 ft) | Hoch | Straße von Sizilien, Golf von Gabès, Kerkennah-Bänke; alle paar Jahre in Netzen gefangenDie am besten dokumentierte Population Weißer Haie im Mittelmeer pflanzt sich in tunesischen Gewässern fort. Vom Aussterben bedroht; muss lebend freigelassen werden. |
Kurzflossen-MakoIsurus oxyrinchus![]() | 2–3 m (7–10 ft) | Mittel | Hochsee-Schwertfischgründe vor Kelibia und Zarzis, im SommerSchnell und kurz angebunden in der Nähe gehakter Fische. Gefährdet und CITES-gelistet; erscheint weiterhin in Anlandungen. |
BlauhaiPrionace glauca![]() | 2–3 m (7–10 ft) | Gering | Tiefes Wasser nördlich von Kap Bon und um die Galite-Inseln; Langleinen-BeifangDer am häufigsten im Norden angelandete Großhai. Selten in Strandnähe zu sehen. |
HeringshaiLamna nasus![]() | 1,5–2,5 m (5–8 ft) | Gering | Kühles nördliches Wasser im Winter; seltenKräftiger Lamnide kühler Gewässer. Im Mittelmeer vom Aussterben bedroht und geschützt. |
RiesenhaiCetorhinus maximus![]() | 6–9 m (20–30 ft) | Gering | Nordküste und Galite-Inseln im FrühjahrHarmloser Planktonfresser, gelegentlich in Thunfischnetzen verfangen. Geschützt. |
Gemeiner FuchshaiAlopias vulpinus![]() | 3–5 m (10–16 ft), Schwanz eingerechnet | Gering | Straße von Sizilien und Hochsee des Golfs von Gabès; Langleinen-BeifangPeitschenschwänziger Jäger von Sardinen und Makrelen. Scheu; kein Bissvorfall bekannt. |
Großaugen-FuchshaiAlopias superciliosus![]() | 3–4 m (10–13 ft), Schwanz eingerechnet | Gering | Tiefes Wasser jenseits des nördlichen SchelfsRiesige Augen zum Jagen in der Tiefe. Wird gelegentlich mit Schwertfischgerät gefangen. |
SandbankhaiCarcharhinus plumbeus![]() | 1,8–2,4 m (6–8 ft) | Gering | Golf von Gabès, die wichtigste Kinderstube der Region; Kerkennah, DjerbaGebiert im flachen Golf im Frühsommer. Stark befischt; scheu gegenüber Schwimmern. |
BindenhaiCarcharhinus brevipinna![]() | 2–2,5 m (7–8 ft) | Mittel | Warmes Küstenwasser der Sahelzone und des Golfs von Gabès im SommerSpringt beim Fischjagen aus dem Wasser. Die Art, die für den Windsurf-Biss von Skanes 1982 vermutet wird. |
SchwarzspitzenhaiCarcharhinus limbatus![]() | 1,5–2,5 m (5–8 ft) | Mittel | Golf von Gabès und Südküste; ungewöhnlichEine der wenigen Mittelmeerküsten mit bestätigten Schwarzspitzenhai-Nachweisen. Wird oft mit dem Bogenstirnhai verwechselt. |
KupferhaiCarcharhinus brachyurus![]() | 2,5–3,3 m (8–11 ft) | Mittel | Küstengewässer des Nordens und die Straße von Sizilien; ungewöhnlichDer „Bronzehai“. Eine mediterrane Population existiert, und tunesische Fänge sind belegt. |
Glatter HammerhaiSphyrna zygaena![]() | 2,5–3,5 m (8–12 ft) | Gering | Golf von Gabès und Hochsee, im SommerDer Hammerhai des Mittelmeers, einst im Golf häufig. Vom Aussterben bedroht und geschützt. |
SandtigerhaiCarcharias taurus![]() | 2,2–3 m (7–10 ft) | Gering | Golf von Gabès und Kerkennah; heute sehr seltenZackenzähnig, aber gutmütig. Tunesien ist eines seiner letzten mediterranen Rückzugsgebiete. Geschützt. |
Kleinzahn-SandtigerhaiOdontaspis ferox![]() | 2,5–3,5 m (8–12 ft) | Gering | Tiefe Felshänge der Nordküste; seltenEin sanftmütiger Tiefwasserverwandter des Sandtigerhais. Geschützt. |
Kleingefleckter KatzenhaiScyliorhinus canicula![]() | 0,6–0,8 m (2–2,5 ft) | Gering | Gesamter Schelf, 20–300 m; im Norden häufigDer häufigste Hai in tunesischen Schleppnetzen. Legt Eikapseln an Gorgonien und Seegras ab. |
| Großgefleckter KatzenhaiScyliorhinus stellaris | 1–1,5 m (3–5 ft) | Gering | Felsriffe von Tabarka, Galite, Zembra und Kap BonDer Hai, dem Taucher an den nördlichen Riffen begegnen. Großfleckig, tagsüber träge. |
Schwarzmaul-KatzenhaiGaleus melastomus![]() | 0,5–0,7 m (1,5–2,5 ft) | Gering | Schlammhänge unterhalb von 200 m vor der NordküsteTiefwasser-Katzenhai mit schwarzer Mundauskleidung. Schleppnetz-Beifang. |
Gemeiner GlatthaiMustelus mustelus![]() | 1–1,5 m (3–5 ft) | Gering | Golf von Gabès in großer Zahl; das Hauptziel der HaifischereiQuetschzähne für Krabben, harmlos. Der kalb jedes Marktstands in Sfax. |
| Schwarzpunkt-GlatthaiMustelus punctulatus | 0,8–1,2 m (2,5–4 ft) | Gering | Golf von Gabès, vermischt mit dem Gemeinen GlatthaiErkennbar an seinen verstreuten schwarzen Punkten. Wird zusammen mit seinem Verwandten gefangen und in den Statistiken selten getrennt erfasst. |
SternhaiMustelus asterias![]() | 1–1,4 m (3–4,5 ft) | Gering | Sandiger Schelf, beide KüstenWeiße Sternflecken entlang des Rückens. Harmlos. |
HundshaiGaleorhinus galeus![]() | 1,2–1,8 m (4–6 ft) | Gering | Mittleres Wasser über dem Schelf; ungewöhnlichAuch Schulhai genannt. Im Mittelmeer geschützt; muss freigelassen werden. |
| DornhaiSqualus acanthias | 0,8–1,2 m (2,5–4 ft) | Gering | Kühleres Wasser der Nordküste im WinterGiftige Rückenflossenstacheln; ein winterlicher Gast in tunesischen Anlandungen. Gefährdet. |
| Langnasen-DornhaiSqualus blainville | 0,7–0,9 m (2,5–3 ft) | Gering | Äußerer Schelf und Hang, NordküsteDer andere Dornhai des Mittelmeers, ungefleckt und mit längerer Schnauze. |
Stumpfnasen-SechskiemerhaiHexanchus griseus![]() | 3–4,5 m (10–15 ft) | Gering | Tiefer Hang nördlich von Kap Bon und um die GaliteEin urtümlicher Tiefwasserriese, der nachts aufsteigt. Wird gelegentlich von nördlichen Langleinenfischern angelandet. |
Spitzkopf-SiebenkiemerhaiHeptranchias perlo![]() | 0,8–1,2 m (2,5–4 ft) | Gering | Tiefes Wasser vor der NordküsteSchlank, siebenkiemig und großäugig. Niemals in Schwimmernähe. |
| Gemeiner EngelhaiSquatina squatina | 1,2–1,8 m (4–6 ft) | Gering | Seegras und Sand des Golfs von Gabès; eine seiner letzten mediterranen HochburgenFlacher Lauerjäger. Vom Aussterben bedroht; der tunesische Golf beherbergt eine Population, die anderswo verschwunden ist. |
Sägerücken-EngelhaiSquatina aculeata![]() | 1,2–1,5 m (4–5 ft) | Gering | Tiefere Weichböden des Golfs und des NordensDorniger Rücken. Vom Aussterben bedroht; wird noch in tunesischen Schleppnetzen erfasst. |
| Ozellierter EngelhaiSquatina oculata | 1,2–1,6 m (4–5 ft) | Gering | Äußerer Schelf des Golfs von GabèsAugenflecken auf den Flossen. Der dritte tunesische Engelhai, vom Aussterben bedroht. |
SchlingerhaiCentrophorus granulosus![]() | 0,8–1,2 m (2,5–4 ft) | Gering | Hang nördlich von Kap Bon, 300–1.000 mGrünäugiger Tiefwasser-Dornhai. Gefährdet. |
SchokoladenhaiDalatias licha![]() | 1–1,5 m (3–5 ft) | Gering | Tiefer Hang des Algerischen Beckens vor der NordküsteDunkler Tiefwasserhai, der größeren Tieren Fleischpfropfen herausbeißt. Niemals küstennah. |
Samt-LaternenhaiEtmopterus spinax![]() | 0,3–0,45 m (1–1,5 ft) | Gering | Tiefer Schlamm vor der NordküsteBiolumineszenter Bauch. Der häufigste Tiefwasserhai in Erhebungs-Schleppnetzen. |
SchweinshaiOxynotus centrina![]() | 0,6–1 m (2–3 ft) | Gering | Schlammiger Schelfrand, beide KüstenSegelflossig, hochrückig und harmlos. Vom Aussterben bedroht und geschützt. |
Großer HammerhaiSphyrna mokarran![]() | 3,5–4,5 m (11–15 ft) | k. A. | Kein bestätigter tunesischer NachweisAuf der alten Seite aufgeführt, doch die Mittelmeernachweise sind wenige und zweifelhaft. Der hier vorkommende Hammerhai ist der Glatte Hammerhai. |
Manche Arten auf älteren tunesischen Listen verdienen einen genaueren Blick. Der Große Hammerhai, der auf der vorherigen Version dieser Seite aufgeführt war, hat nur eine kleine Zahl zweifelhafter Mittelmeernachweise und keinen, der sich sicher Tunesien zuordnen lässt; der Hammerhai, den man vor Sfax oder Kerkennah sehen könnte, ist der Glatte Hammerhai. Der Weißspitzen-Hochseehai ist im Mittelmeer durch wenige Fänge in der Straße von Sizilien und weiter östlich bekannt, und obwohl ein oder zwei Exemplare aus tunesischen Langleinenfängen stammen könnten, ist er kein etablierter Bestandteil der Fauna. Der Bullenhai und der Tigerhai sind überhaupt keine Mittelmeertiere, und der Walhai hat trotz einzelner im letzten Jahrhundert gemeldeter Irrgäste im Mittelmeer keinen bestätigten tunesischen Nachweis. Auf der anderen Seite der Bilanz umfasst Tunesiens Liste Arten, die die meisten Mittelmeerländer verloren haben: die drei Engelhaiarten, den Sandtigerhai und eine sich fortpflanzende Population Weißer Haie.
Wo man in Tunesien Haie sehen kann
Tunesien vermarktet seine Küste als Strandurlaub, nicht als Haitauchen, und es gibt keinen Anbieter, der Haibegegnungen anbietet. Dies sind die Orte mit den dichtesten Nachweisen.
- Golf von Gabès (Sfax, Gabès, Zarzis)Die große Hai-Kinderstube des Mittelmeers. Glatthaie und Sandbankhaie in flachem Gezeitenwasser; Engelhaie über dem Seegras; die beständigsten Weißhai-Nachweise der Region, meist aus Fanggerät. Die Fischmärkte von Sfax und Gabès zeigen an einem Vormittag mehr Haiarten als ein Monat Tauchen anderswo.
- Kerkennah-InselnFlache, von Palmen gesäumte Inseln, wo Fischer noch feste Charfia-Fischfallen in kaum einem Meter tiefem Wasser einsetzen. Junge Glatthaie, Dornhaie und Sandbankhaie durchziehen die Kanäle, und mehrere Weißhai-Fänge stammen aus den umliegenden Bänken.
- Djerba und die Küste von ZarzisWarmes, flaches Wasser am Südrand des Golfs. Glatthaie nahe der Küste, und die Langleinenfischer aus Zarzis landen Blauhaie, Makos und Fuchshaie aus den tieferen Gewässern Richtung Libyen.
- Tabarka und der Galite-ArchipelTunesiens Tauchhauptstadt an der Nordküste nahe der algerischen Grenze. Korallenriffe und Rotkorallenwände, an denen Taucher auf Ammenhaie und Kleingefleckte Katzenhaie treffen; die 40 km vor der Küste liegenden Galite-Inseln liegen an tiefem Wasser, das im Frühjahr von Blauhaien und Riesenhaien aufgesucht wird.
- Nationalpark Zembra und Zembretta, Golf von TunisEine steile, geschützte Insel an der Mündung des Golfs von Tunis, seit 1977 Nationalpark und Biosphärenreservat. Katzenhaie an den Wänden, und das umliegende Tiefwasser ist im Sommer eine Route für Makos und Fuchshaie auf dem Weg in den Golf.
- Kap Bon und KelibiaDie Halbinsel, die auf Sizilien zeigt. Kelibias Langleinenfischer befischen die Straße von Sizilien nach Schwertfisch und Thunfisch und bringen regelmäßig Blauhaie, Makos, Fuchshaie und gelegentlich einen Weißen Hai ein. Die Fischauktion von Kelibia ist im Norden der beste Ort, um sie zu sehen.
- Kuriat-Inseln vor MonastirEin Schutzgebiet für nistende Meeresschildkröten, wenige Kilometer von den Ferienorten Monastir und Skanes entfernt. Glatthaie und Dornhaie über dem Sand, und der Küstenabschnitt, an dem sich der Windsurf-Vorfall von 1982 ereignete.
- Bizerta und Kap BlancDer nördlichste Punkt Afrikas. Eine steile Felsküste, die in tiefes Wasser abfällt, mit Katzenhaien und Ammenhaien für Taucher und, bei Bechateur, dem Schauplatz eines der beiden Vorfälle des Landes von 1982.
Für einen lebenden Hai taucht man zwischen Mai und Oktober in Tabarka oder Zembra und sucht die Überhänge nach Katzenhaien und Ammenhaien ab. Für die großen Arten ist ein Platz auf einem Langleinenboot aus Kelibia oder Zarzis die einzig realistische Option, und der ehrliche Rat lautet, dass der Fischmarkt von Sfax zuverlässiger mehr von Tunesiens Haien zeigt als jeder Tauchgang.
Beste Reisezeit, um Haie in Tunesien zu sehen
Tunesiens Meer ist für mediterrane Verhältnisse warm, und der Golf von Gabès schwankt wegen seiner Flachheit stärker als der Norden in beide Richtungen.
- Mai bis Juli: das Wasser steigt von 20 °C auf 25 °C, und die Haie ziehen näher an die Küste. Dies ist die Wurfsaison für Glatthaie und Sandbankhaie im Golf von Gabès, die Monate, in denen sich die historischen Weißhai-Fänge im Golf häufen, und der Beginn der Schwertfisch-Langleinensaison vor Kelibia und Zarzis.
- August und September: das wärmste Wasser des Jahres, 26–29 °C entlang der Küste und über 30 °C im inneren Golf. Blauhaie, Makos und Fuchshaie sind auf den Hochseegründen unterwegs, und die See ist ruhig genug für die Überfahrt zur Galite von Tabarka aus.
- Oktober bis Dezember: noch warm, mit der besten Sicht des Jahres an den nördlichen Riffen. Die angenehmste Tauchsaison bei Tabarka und Zembra.
- Januar bis März: der Golf kühlt auf 13–14 °C ab, der Norden auf 14–15 °C. Dornhaie und Tiefwasserarten erscheinen in den Anlandungen; die Küstenhaie ziehen sich in tieferes Wasser zurück. Riesenhaie werden an der Nordküste gemeldet, sobald die Frühjahrsblüte im März und April beginnt.
Haiangriffe in Tunesien: Was die Aufzeichnungen wirklich zeigen
Für ein Land mit dem besten Weißhai-Nachweis des Mittelmeers ist Tunesiens Liste an Vorfällen bemerkenswert kurz. SharkSider führt jeden Fall auf der Seite Haiangriffe in Tunesien. Die Datenbank verzeichnet drei Fälle, alle unten aufgeführt, die von 1909 bis 1982 reichen, mit einem Todesfall (die vollständige, wöchentlich aktualisierte Liste steht auf der Vorfallsseite):
- 1982 · Skanes, near MonasterWindsurfing — Thigh laceratedArt: 2.1 m [7'] shark, possibly a spinner shark · nicht tödlich
- 1982 · Bechateur, BisertaSpearfishing — No detailsArt nicht bestimmt · nicht tödlich
- 1909 · SfaxDiving (Helmet) for sponges — FatalArt nicht bestimmt · tödlich
Jeder Fall gehört zu seiner Zeit. Der tödliche Vorfall von 1909 vor Sfax betraf einen Helmtaucher, der auf den Schwammbänken des Golfs von Gabès arbeitete, ein Gewerbe, das Männer stundenlang auf dem Meeresboden hielt, genau in den Gewässern, in denen Weiße Haie damals zahlreich waren; griechische und tunesische Schwammtaucher dieser Zeit waren die Gruppe, die im gesamten Mittelmeer den großen Haien am stärksten ausgesetzt war. Die beiden Vorfälle von 1982 ereigneten sich im ersten Jahrzehnt des Massentourismus am Strand: ein Speerfischer bei Bechateur nahe Bizerta, zu dem keine Einzelheiten überliefert sind, und ein Windsurfer in Skanes, der von einem 2,1 m langen Hai am Oberschenkel gebissen wurde, den die Ermittler für wahrscheinlich einen Bogenstirnhai hielten, eine schnelle, fischjagende Art, die gelegentlich ein sich bewegendes Glied für Beute hält.
Was die Aufzeichnungen nicht enthalten, ist aufschlussreich. An keinem der Ferienstrände von Hammamet, Sousse, Monastir oder Djerba gibt es seit mehr als vierzig Jahren einen bestätigten Angriff auf einen Badenden, trotz einer Population Weißer Haie, die in tunesischen Gewässern lebt, sich fortpflanzt und regelmäßig gefangen wird. Die Weißen Haie des Golfs von Gabès ernähren sich weit draußen in trübem Wasser von Thunfischen, Delfinen und Meeresschildkröten, und der Zusammenbruch der großen Haie im gesamten Mittelmeer seit den 1980er Jahren hat Begegnungen noch seltener gemacht. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gelten weiterhin für Speerfischer und Windsurfer: einen blutenden Fang aus dem Wasser halten, die Fanggründe in der Dämmerung meiden und nicht allein weit von der Küste plantschen.
Ist Schwimmen und Schnorcheln in Tunesien sicher?
Ja. Tunesiens Strände zählen, was Haie betrifft, zu den sichersten im Mittelmeer, und was Urlauber tatsächlich in die Klinik bringt, sind Sonnenbrand, Quallen im August, Seeigel auf den Felsen bei Tabarka und Strömungen im offenen, atlantikzugewandten Seegang der Nordküste. An der Ferienküste von Hammamet bis Djerba ist das Wasser über hunderte Meter flach, was große Haie gut außerhalb der Schwimmzone hält; kein Rettungsschwimmer an dieser Küste musste je eine Haiflagge hissen.
Die Haie, denen ein Schnorchler tatsächlich begegnen könnte, sind der Ammenhai und der Kleingefleckte Katzenhai an den nördlichen Riffen, beides Bodenbewohner, die sich bei Annäherung unter einen Felsvorsprung zurückziehen, und im Golf von Gabès ein Glatthai oder ein junger Sandbankhai, der über dem Seegras in einem Meter Wasser zieht. Glatthaie haben Quetschzähne für Krabben und können keine ernsthafte Wunde zufügen; Sandbankhaie sind menschenscheu und haben im gesamten Mittelmeer keinen bestätigten Biss an einem Badenden. Taucher am Galite-Steilhang, die auf einen Blauhai treffen, sollten ruhig und aufrecht bleiben und ihn schauen lassen; er zieht in wenigen Metern Abstand vorbei und zieht weiter.
Der Weiße Hai ist der Grund, den tieferen Gewässern vor Sfax und Kerkennah etwas Respekt entgegenzubringen. Er ist präsent, pflanzt sich fort und wird alle paar Jahre in Fanggerät gefangen. Doch er lebt auf den Hochseebänken, nicht an den Stränden, und die beiden Situationen, die anderswo in seinem Verbreitungsgebiet zu Bissen geführt haben, Speerfischen mit einer Fischschnur am Körper und lange Freiwasserschwimmen in trübem Wasser nahe Robben- oder Thunfischkonzentrationen, lassen sich leicht vermeiden. Tunesiens Weiße Haie haben ein Jahrhundert lang mit der geschäftigsten Fischereiflotte des Mittelmeers koexistiert, ohne einen bestätigten Angriff auf einen Badenden.
Haischutz in Tunesien
Tunesiens Haie sind zugleich sein Ruhm und sein Problem. Das Land ist eine der größten Nationen des Mittelmeers bei der Elasmobranchier-Fischerei; die Flotte des Golfs von Gabès befischt Glatthaie und Sandbankhaie mit Langleinen und Kiemennetzen, Geigenrochen und Rochen mit Schleppnetzen, und Haifleisch ist in Sfax und Gabès ein normaler Teil der Ernährung und kein Nebenprodukt. Anlandungsstatistiken fassen die meisten Arten unter kalb zusammen, was es schwer macht zu wissen, wie schnell jede einzelne zurückgeht, doch die Erhebungen sind eindeutig: Sandbankhaie, Glatthaie und Engelhaie im Golf sind nur ein Bruchteil dessen, was sie in den 1980er Jahren waren, und der Weiße Hai ist, obwohl noch präsent, im gesamten Mittelmeer vom Aussterben bedroht.
Auf dem Papier ist der Schutz beträchtlich. Tunesien hat die Barcelona-Konvention ratifiziert, und der Anhang geschützter Arten seines SPA/BD-Protokolls listet den Weißen Hai, den Riesenhai, den Kurzflossen-Mako, den Heringshai, den Schweinshai, den Hundshai, die beiden Sandtigerhaie, den Glatten Hammerhai und die drei Engelhaiarten; als GFCM-Mitglied ist es an die Maßnahme gebunden, die vorschreibt, diese Arten lebend freizulassen, und ihren Verkauf verbietet. Es ist seit 1974 CITES-Vertragspartei, sodass die Listungen der Makos von 2019 und die früheren Listungen von Hammerhaien, Fuchshaien und Seidenhaien für seine Exporte gelten. Finning ist verboten. In der Praxis erscheinen die geschützten Arten weiterhin auf den Märkten, oft falsch bestimmt oder falsch etikettiert, und die Kontrolle an den Hunderten kleinen Anlandestellen im Golf ist dünn.
Die Meeresschutzgebiete sind ein Anfang. Zembra und Zembretta im Golf von Tunis ist seit 1977 Nationalpark; der Galite-Archipel, die Kuriat-Inseln und die Kneiss-Inseln im Golf von Gabès sind ausgewiesene Schutzgebiete, die allmählich Management und Kontrollen erhalten. Tunesische und internationale Forscher führen inzwischen gemeinsam mit den Fischern von Sfax und Kerkennah ein Überwachungsprogramm für Weiße Haie und Engelhaie durch, fotografieren und, wo möglich, setzen die in Netzen auftauchenden Tiere wieder frei, und die Seegraswiesen des Golfs von Gabès sind Gegenstand eines langen Wiederherstellungsprogramms nach Jahrzehnten der Phosphatverschmutzung durch das Chemiewerk von Gabès. Wie Fischereien wie diese zusammenbrechen, erklärt unsere Seite warum Haie bedroht sind.
Haie in benachbarten Gewässern
Tunesiens Haie sind die Haie des zentralen Mittelmeers, und seine Nachbarn teilen sowohl die Arten als auch den Weißen Hai. Italiens Sizilien liegt Kap Bon jenseits der Straße gegenüber und beherbergt die andere Hälfte des Kernverbreitungsgebiets des Weißen Hais, und Malta, mitten in der Straße, brachte 1987 den berühmten Weißhai-Fang hervor, über dessen wahre Länge noch immer gestritten wird. Algerien setzt die tiefe, felsige Nordküste westwärts fort, und Marokko fügt am äußersten Ende des Maghreb die atlantischen Arten hinzu. Im Osten trägt Griechenland die längste Vorfallsgeschichte des Mittelmeers, und Frankreichs Mittelmeerküste teilt sich über das Balearenbecken Tunesiens pelagische Haie. Unser Register Haie weltweit listet die übrigen Länder der Seite auf.
Häufige Fragen
Gibt es Haie in Tunesien?
Ja, 32 Arten sind solide belegt. Der Golf von Gabès im Süden ist eine der wichtigsten Hai-Kinderstuben des Mittelmeers, voller Glatthaie, Sandbankhaie und Engelhaie, während das Tiefwasser nördlich von Kap Bon Blauhaie, Makos und Fuchshaie beherbergt. Tunesien hat zudem die am besten dokumentierte Population Weißer Haie des Meeres.
Gab es Haiangriffe in Tunesien?
Drei sind verzeichnet, von 1909 bis 1982. Ein Helmtaucher, der vor Sfax Schwämme sammelte, wurde 1909 getötet; 1982 wurde ein Speerfischer nahe Bizerta verletzt, und ein Windsurfer in Skanes bei Monastir wurde am Oberschenkel von einem vermutlich Bogenstirnhai gebissen. Seither ist nichts mehr verzeichnet worden.
Ist Schwimmen in Tunesien sicher?
Ja. Kein Badender wurde seit mehr als vierzig Jahren an einem tunesischen Ferienstrand von einem Hai angegriffen. Die Ferienküste ist bis weit von der Küste entfernt flach, was große Haie fernhält, und die realen Gefahren sind Quallen im August, Seeigel und Strömungen an der Nordküste. Speerfischer sollten es vermeiden, blutende Fische bei sich zu tragen.
Gibt es Weiße Haie in Tunesien?
Ja, tatsächlich. Die Straße von Sizilien und der Golf von Gabès sind das Kerngebiet der kleinen mediterranen Population Weißer Haie, und dort wurden trächtige Weibchen und Neugeborene häufiger gemeldet als an jedem anderen Ort des Meeres. Sie leben auf den Hochseebänken vor Sfax und Kerkennah und werden alle paar Jahre in Fanggerät gefangen.
Was ist der häufigste Hai in Tunesien?
Der Gemeine Glatthai. Er wird im Golf von Gabès in enormen Mengen gefangen, auf den Märkten von Sfax und Gabès als kalb verkauft, und ist der Hai, den ein Schnorchler am ehesten über dem Seegras sieht. Auf dem nördlichen Schelf ist der Kleingefleckte Katzenhai die häufigste Art in Schleppnetzfängen.
Kann man in Tunesien mit Haien tauchen?
Nicht auf einer organisierten Tour; kein Anbieter bietet Haitauchgänge an. Taucher in Tabarka, auf den Galite-Inseln und bei Zembra treffen regelmäßig auf Ammenhaie und Katzenhaie an den Korallenriffen, was die realistische Begegnung darstellt. Große Haie sieht man von Langleinenbooten aus Kelibia und Zarzis, und der Fischmarkt von Sfax zeigt mehr Arten als jeder Tauchgang.
Wann ist die beste Zeit, um Haie in Tunesien zu sehen?
Mai bis Juli, wenn das Wasser 20 °C übersteigt und Glatthaie und Sandbankhaie zum Gebären in den Golf von Gabès ziehen; dies ist auch die Zeit, in der sich die historischen Weißhai-Fänge häufen. Blauhaie und Makos sind von Juni bis September auf den Hochseegründen, und Riesenhaie ziehen im März und April an der Nordküste vorbei.
Gibt es Hammerhaie in Tunesien?
Der Glatte Hammerhai ist im Golf von Gabès und im Sommer auf hoher See solide belegt, obwohl er im Mittelmeer inzwischen vom Aussterben bedroht ist und selten gesehen wird. Der Große Hammerhai, der auf älteren Seiten aufgeführt war, hat keinen bestätigten tunesischen Nachweis; Meldungen aus dem Mittelmeer sind selten und zweifelhaft.
Ist Haifischfang in Tunesien legal?
Ja, für die meisten Arten, und Tunesien ist eine der größten Haifischfang-Nationen des Mittelmeers, vor allem für Glatthaie und Sandbankhaie im Golf von Gabès. Arten, die unter der Barcelona-Konvention und den GFCM-Regeln gelistet sind, darunter der Weiße Hai, Makos, Engelhaie, Hammerhaie und Sandtigerhaie, müssen lebend freigelassen werden, doch die Durchsetzung ist lückenhaft.
Gibt es Bullenhaie oder Tigerhaie in Tunesien?
Nein. Weder Bullenhaie noch Tigerhaie kommen im Mittelmeer vor. Ein großer Hai, der vor Tunesien gesehen oder gefangen wird, ist ein Weißer Hai, ein Mako, ein Fuchshai, ein Blauhai oder, in warmem Küstenwasser, ein Sandbank-, Bogenstirn- oder Kupferhai. Auch Walhaie haben keinen verifizierten tunesischen Nachweis.
Quellen

Ein kleines Team, das sich auf Haiforschung konzentriert und Meeresbiologie leicht verständlich macht. Jede Seite wird anhand aktueller Artennachweise und der SharkSider-Angriffsdatenbank überprüft und aktualisiert, sobald neue Vorfälle oder Forschungsergebnisse erscheinen.
Veröffentlicht am 18. Januar 2023 · Zuletzt aktualisiert am 21. September 2026 · Vorfalldaten aus der SharkSider-Angriffsdatenbank (3 Einträge für Tunesien, davon 1 tödlich).

































