Ja, in Norwegen gibt es Haie: mindestens 16 Arten mit gesicherten Nachweisen, keine davon eine Gefahr für Schwimmer. Die häufigsten sind der Dornhai (der pigghå der norwegischen Fischer), der Samt-Laternenhai und der Schwarzmaul-Katzenhai der tiefen Fjorde, der Kleingefleckte Katzenhai der Südküste, der Heringshai der offenen Nordsee, der Riesenhai, der im Sommer vor der Westküste auftaucht, und der Grönlandhai im kalten, dunklen Wasser der nördlichen Fjorde.
Sicherheit ist der einfachste Teil dieser Seite. Die Datenbank von SharkSider verzeichnet zwei Einträge für Norwegen: ein vermutliches Ertrinken bei Herøy im Jahr 1818, bei dem ein Hai nie bestätigt wurde, und einen provozierten, verletzungsfreien Biss in den Neoprenanzugärmel eines Tauchers im Oslofjord im Jahr 2007, verursacht von einem Kleingefleckten Katzenhai von weniger als einem Meter Länge. Es wurde noch nie bestätigt, dass in norwegischen Gewässern ein Mensch von einem Hai getötet oder schwer verletzt wurde.
- Erfasste Haiarten16 mit gesicherten Nachweisen
- SchutzstatusRiesenhai seit 2006 geschützt; Heringshai seit 2007; Dornhai unter Quote
- Am häufigsten vom Ufer aus gesehenDornhai und Kleingefleckter Katzenhai
- Typische BegegnungRiesenhaie im Sommer vor der Westküste; Grönlandhaie in den nördlichen Fjorden
- Vorfälle in der Datenbank2 Einträge (1818 unbestätigt, 2007 provoziert), 0 Verletzte
- Wassertemperatur4–8 °C im Winter, 12–18 °C im Sommer an der Oberfläche

Auf dieser Seite
- Wo Haie in norwegischen Gewässern leben
- Liste der verschiedenen Haiarten in Norwegen
- Wo man Haie in Norwegen sehen kann
- Beste Reisezeit, um Haie in Norwegen zu sehen
- Haiangriffe in Norwegen: Was die Statistik tatsächlich zeigt
- Ist Schwimmen und Schnorcheln in Norwegen sicher?
- Haischutz in Norwegen
- Haie in benachbarten Gewässern
- Häufige Fragen
- Quellen
Wo Haie in norwegischen Gewässern leben
Zwei Dinge machen Norwegen unter den kalten Ländern ungewöhnlich. Das erste ist der Nordatlantikstrom, der Ausläufer des Golfstroms, der an der gesamten Küste entlangläuft und das Meer selbst im Januar bis nach Tromsø hinauf zwischen 4 und 8 °C hält. Das ist kalt, aber nicht arktisch, und warm genug, damit dieselben Haie, die vor Schottland und den Färöern leben, dem Strom nach Norden folgen. Das zweite ist die Tiefe. Norwegens Fjorde sind ertrunkene Gletschertäler: Der Sognefjord erreicht 1.308 m, der Hardangerfjord über 800 m, und selbst der Oslofjord hat eine 200 Meter tiefe Rinne in kurzer Bootsfahrt von der Hauptstadt entfernt. Tiefes, dunkles, kaltes Wasser wenige hundert Meter vom Land entfernt ist genau das, was die zahlreichsten Haie des Landes, der Samt-Laternenhai und der Schwarzmaul-Katzenhai, brauchen, und norwegische Meeresbiologiestudenten schleppnetzen beide routinemäßig von Forschungsschiffen in Sichtweite von Bergen.
Die Küste teilt sich in drei Hai-Regionen. Das Skagerrak und die Südküste, von der schwedischen Grenze bis Lindesnes, sind am wärmsten und vielfältigsten: Hier tauchen der Kleingefleckte Katzenhai, der Hundshai und gelegentlich ein Fuchshai, Blauhai oder Kurzflossen-Mako auf, und hier bringt die Norwegische Rinne, ein 700 Meter tiefer Kanal nahe der Küste, Tiefwasserarten nah ans Ufer. Die Westküste und die Nordsee, von Stavanger bis Ålesund, sind Heringshai- und Riesenhai-Land, mit dem Dornhai überall auf den Bänken. Der Norden, von Lofoten bis zur russischen Grenze, ist das Reich des Grönlandhais, der im kalten Tiefwasser der Fjorde und auf dem Schelf der Barentssee lebt und seit Jahrhunderten von Langleinenfischern vor Andenes, Tromsø und der Varanger-Halbinsel gefangen wird.
Was Norwegen nicht hat, ist irgendein Warmwasserhai. Die Oberfläche steigt kaum je über 18 °C, und das nur kurz im innersten Oslofjord in einem heißen August, sodass Requiemhaie, Hammerhaie und Riffhaie der Tropen fehlen und der Weiße Hai nie nachgewiesen wurde. Norwegens Haie sind Kaltwasser-Fischfresser, Planktonfresser und Tiefsee-Aasfresser, was der Hauptgrund dafür ist, dass die Vorfallsliste leer ist.
Liste der verschiedenen Haiarten in Norwegen
Die Tabelle erfasst jeden Hai mit gesichertem Nachweis in norwegischen Gewässern, basierend auf Fischereianlandungen, Untersuchungen des Instituts für Meeresforschung und bestätigten Sichtungen. Die Größenangaben sind realistische Längen ausgewachsener Tiere. Die Spalte Risiko betrifft einen Schwimmer oder Badegast an einem norwegischen Strand, was bei jeder Art dieser Liste nahezu null ist; die einzige echte Gefahr sind die Rückenstacheln des Dornhais, wenn ein Fischer ihn vom Haken löst. Norweger nennen den Dornhai pigghå, den Heringshai håbrann, den Riesenhai brugde und den Grönlandhai håkjerring, und alle vier wurden irgendwann kommerziell befischt.
| Art | Größe ausgewachsen | Risiko für Badende | Wo in Norwegen & Hinweise |
|---|---|---|---|
| DornhaiSqualus acanthias | 0,8–1,2 m (2,5–4 ft) | Gering | Überall über dem Schelf und in den Fjorden, in großen SchwärmenNorwegens häufigster Hai, der pigghå. Fischerei 2011 geschlossen und 2023 nach Bestandserholung unter Quote wiedereröffnet. Giftige Rückenstacheln. |
HeringshaiLamna nasus![]() | 1,5–2,5 m (5–8 ft) | Gering | Offene Nordsee und Bänke der Norwegischen See; Lofoten-DorschgründeDer håbrann, ein warmblütiger Verwandter des Weißen Hais, den Norwegen einst stärker befischte als jeder andere. Gezielte Fischerei seit 2007 verboten. |
RiesenhaiCetorhinus maximus![]() | 6–9 m (20–30 ft) | Gering | Oberflächenwasser vor der Westküste, Juni–AugustDer brugde. Harmloser Planktonfresser, von norwegischen Harpunenbooten bis 2006 gejagt, heute geschützt. |
GrönlandhaiSomniosus microcephalus![]() | 2,5–5 m (8–16 ft) | Gering | Tiefes, kaltes Wasser der nördlichen Fjorde und des Barentssee-SchelfsDer håkjerring, das langlebigste bekannte Wirbeltier. Träge, fast blind, nie eine Gefahr; jahrhundertelang für Leberöl angelandet. |
Kleingefleckter KatzenhaiScyliorhinus canicula![]() | 0,6–0,9 m (2–3 ft) | Gering | Sandige und schlammige Böden des Oslofjords und der SüdküsteDer Hai, dem Taucher tatsächlich begegnen, und der aus dem Oslofjord-Vorfall von 2007. Ruht tagsüber am Grund; harmlos. |
Schwarzmaul-KatzenhaiGaleus melastomus![]() | 0,5–0,7 m (1,6–2,3 ft) | Gering | Tiefe Fjordbecken und die Norwegische Rinne, 200–1.000 mHäufig in Forschungsschleppnetzen von Bergen bis Trondheim. Nie in der Nähe der Oberfläche. |
Samt-LaternenhaiEtmopterus spinax![]() | 0,35–0,45 m (1,1–1,5 ft) | Gering | Tiefe Fjorde, 100–500 m; sehr häufig um BergenEin biolumineszenter Zwerghai, der entlang des Bauches blau leuchtet. Wahrscheinlich der zahlreichste Hai Norwegens. |
HundshaiGaleorhinus galeus![]() | 1,2–1,8 m (4–6 ft) | Gering | Südküste und Skagerrak im Sommer; gelegentlichEin schlanker, schneller Glatthai am nördlichen Rand seines Verbreitungsgebiets. Weltweit vom Aussterben bedroht; in Norwegen selten angelandet. |
Stumpfnasen-SechskiemerhaiHexanchus griseus![]() | 3–4,5 m (10–15 ft) | Gering | Tiefes Wasser der Norwegischen Rinne und der westlichen FjordeEin urtümlicher Tiefseehai, der gelegentlich nachts aufsteigt. Vor Norwegen nachgewiesen, aber selten; für Menschen harmlos. |
Gemeiner FuchshaiAlopias vulpinus![]() | 3–5 m (10–16 ft) inkl. Schwanz | Gering | Seltener Sommergast im Skagerrak und der südlichen NordseeErkennbar am enormen oberen Schwanzflossenlappen. Eine Handvoll norwegischer Nachweise, alle in warmen Sommern. |
Kurzflossen-MakoIsurus oxyrinchus![]() | 2–3 m (7–10 ft) | Mittel | Sehr seltener Irrgast im Skagerrak und der südlichen Nordsee im SommerDer schnellste Hai, ein warmblütiger Fischfresser, der gelegentlich der Makrele nach Norden folgt. Kein norwegischer Vorfall betraf je einen. |
BlauhaiPrionace glauca![]() | 2–3 m (7–10 ft) | Gering | Offshore, West- und Südnorwegen, SpätsommerEin Hochsee-Wanderer, der Norwegen in warmen Jahren erreicht. Gelegentlich von Langleinenfischern angelandet; nie vom Ufer aus gesehen. |
KragenhaiChlamydoselachus anguineus![]() | 1,2–2 m (4–6,5 ft) | Gering | Tiefe Hänge vor der West- und Nordküste, 500–1.000 mEin aalartiges lebendes Fossil mit 300 nadelfeinen Zähnen. Einige norwegische Exemplare in Museumssammlungen; nie lebend von Tauchern gesehen. |
PortugiesenhaiCentroscymnus coelolepis![]() | 0,9–1,2 m (3–4 ft) | Gering | Kontinentalhang vor Westnorwegen, unterhalb von 400 mEiner der am tiefsten lebenden Haie, anderswo bis 3.700 m nachgewiesen. Gelegentlich in Tiefwasser-Schleppnetzen gefangen. |
Blattschuppen-SchlingerhaiCentrophorus squamosus![]() | 1–1,5 m (3–5 ft) | Gering | Kontinentalhang vor der Westküste und in der Norwegischen SeeEin Tiefsee-Schluckhai, einst im gesamten Nordostatlantik wegen seines Leberöls gezielt befischt. Gefährdet; Anlandungen sind heute verboten. |
Schwarzer DornhaiCentroscyllium fabricii![]() | 0,6–0,9 m (2–3 ft) | Gering | Kaltes Tiefwasser vor Nordnorwegen und am Hang der BarentsseeEin pechschwarzer arktischer Verwandter des Laternenhais, häufig in Tiefwasser-Schleppnetzen vor Finnmark. Völlig harmlos. |
Weißer HaiCarcharodon carcharias![]() | 4–6 m (13–20 ft) | k. A. | In Norwegen nicht nachgewiesenNur aufgeführt, weil Leser immer wieder danach fragen. Es gibt keinen norwegischen Nachweis; das Wasser ist selbst im Sommer zu kalt. |
Die Art, nach der am häufigsten gefragt wird, ist der Weiße Hai, und die Antwort lautet, dass er in Norwegen nie nachgewiesen wurde. Weiße Haie bevorzugen Wasser von 12–24 °C; die norwegische Küste erreicht nur für wenige Wochen im Spätsommer das untere Ende dieser Spanne, und es gibt keine ausreichende Nahrungsgrundlage aus Robben und Thunfischen an den richtigen Stellen, um einen zu halten. Die nächstgelegenen bestätigten Nachweise stammen aus dem Golf von Biskaya und, historisch, dem westlichen Mittelmeer. Bullenhaie, Tigerhaie und Hammerhaie fehlen ebenso. Die alte Version dieser Seite bezeichnete den Kurzflossen-Mako als “hochaggressiv”; der Mako ist ein echter, aber seltener Sommergast im Skagerrak und der südlichen Nordsee und hat sich in norwegischen Gewässern nie einem Menschen genähert. Die andere Korrektur, die sich lohnt: die Größe. Der Grauer Sechskiemerhai wurde mit 15–20 Fuß angegeben, was das Extrem ist, nicht die adulte Norm von 3–4,5 m.
Wo man Haie in Norwegen sehen kann
Niemand bietet in Norwegen Hai-Tauchgänge an, aber Haie gehören zur Küstenlandschaft, wenn man weiß, wo man hinschauen muss. Dies sind die Orte mit den zuverlässigsten Nachweisen, vom Oslofjord bis zur Barentssee.
- Oslofjord (Drøbak, Sjøstrand, Hvaler)Das wärmste, geschützteste Wasser des Landes. Kleingefleckte Katzenhaie ruhen auf dem Grund in 10–40 m Tiefe und sind ein regelmäßiger Anblick für Taucher bei Drøbak und Sjøstrand, dem Ort des Katzenhai-Vorfalls von 2007. Dornhaie werden im Herbst von den Piers gefangen.
- Skagerrak-Küste und die Norwegische Rinne (Kristiansand, Arendal)Der tiefe Kanal entlang der Südküste bringt Schwarzmaul-Katzenhaie, Samt-Laternenhaie und gelegentlich einen Grauer Sechskiemerhai bis auf wenige Kilometer ans Ufer. Blauhaie, Fuchshaie und Makos werden hier in warmen Sommern angelandet.
- Bergens Fjorde (Byfjorden, Raunefjorden)Die Forschungsschleppnetze der Universität Bergen in den Fjorden rund um die Stadt bringen Samt-Laternenhaie zu Hunderten an Deck, wo sie schwach glühen. Nachttaucher im Hjeltefjord sehen sie gelegentlich in flachem Wasser.
- Sognefjord und HardangerfjordNorwegens tiefste Fjorde beherbergen Laternenhaie, Schwarzmaul-Katzenhaie und Grönlandhaie in ihren 800–1.300 m tiefen Becken. Sportangler, die von Sogndal und Rosendal aus mit großen Ködern in der Tiefe fischen, haben Grönlandhaie von deutlich über 3 m Länge gehakt.
- Møre-Küste (Ålesund, Herøy, Runde)Das Herz der alten Riesenhai- und Heringshai-Fischerei. Riesenhaie tauchen hier im Juni und Juli noch immer auf, oft gesichtet von den Vogelfelsen bei Runde und von Fischerbooten, die auf den Bänken arbeiten. Der Datenbankeintrag von 1818 stammt aus Herøy.
- Lofoten und Vesterålen (Andenes, Bleik)Der Rand des Kontinentalschelfs liegt nur wenige Kilometer vor Andenes, und Walbeobachtungsboote, die zu den Pottwalgründen fahren, passieren Gewässer, in denen Grönlandhaie und Heringshaie gefangen werden. Langleinenfischer landen hier seit Generationen Grönlandhaie an.
- Saltstraumen, BodøDie stärkste Gezeitenströmung der Welt drückt viermal täglich nährstoffreiches Wasser durch eine 150 Meter breite Meerenge. Berühmt für riesige Seelachse und Wolfsbarsche, bringt sie auch regelmäßig Dornhai-Sichtungen für Taucher und gelegentlich einen Heringshai, der den Fischen folgt.
- Tromsø, Kvænangen und der VarangerfjordDer hohe Norden. Grönlandhaie werden auf Langleinen gefangen und gelegentlich im Winter von Tauchern gefilmt, wenn das Wasser am klarsten ist. Der winterliche Heringszug bei Kvænangen zieht Buckelwale und Orcas an, und Heringshaie folgen denselben Fischen.
Für eine realistische Chance, selbst einen Hai zu sehen, tauche im Spätsommer im Oslofjord oder an der Südküste und halte auf sandigem Grund nach Katzenhaien Ausschau, oder unternimm im Juni und Juli, wenn Riesenhaie an der Oberfläche sind, eine Walbeobachtungs- oder Angeltour vor der Westküste. Grönlandhaie sind eine Frage von Glück und sehr tiefem Köder; das Norwegische Institut für Meeresforschung markiert sie auf den Langleinenbooten der Barentssee, und Sportangler haken ein paar Mal im Jahr einen.
Beste Reisezeit, um Haie in Norwegen zu sehen
Haisichtungen in Norwegen folgen der Sonne und den Fischen, und es gibt eine klare Saison.
- Juni bis September: Die Oberfläche erwärmt sich entlang der gesamten Küste auf 12–18 °C. Riesenhaie erscheinen im Juni und Juli vor Møre und der Westküste, wo sie sich von der Planktonblüte an der Oberfläche ernähren, manchmal in kleinen Gruppen. Heringshaie ziehen über die Bänke der Nordsee auf der Jagd nach Makrele und Hering, Blauhaie und der seltene Mako drängen aus dem Atlantik ins Skagerrak, und dies ist die einzige Zeit, in der je ein Fuchshai gesichtet wurde. Dornhaie ziehen in flacheres Wasser und werden im Herbst von den Piers der Südküste gefangen.
- Oktober bis November: Das Wasser ist noch relativ warm, und die Sicht verbessert sich, während das Plankton abnimmt. Die besten Monate für Taucher, die im Oslofjord und an der Südküste Kleingefleckte Katzenhaie sehen möchten. Heringshaie sind noch auf den Bänken.
- Dezember bis März: Die Oberflächentemperaturen fallen auf 4–8 °C, in den inneren Fjorden fast auf null. Die pelagischen Gäste sind verschwunden, aber dies ist das klarste Wasser des Jahres und die Saison, in der Grönlandhaie im Norden am häufigsten auf Langleinen gefangen werden und in der Taucher in Tromsø sie gefilmt haben. Die Lofoten-Dorschsaison von Januar bis April bringt Heringshaie und Dornhaie auf die Fanggründe.
- April und Mai: Die Frühjahrsblüte färbt das Meer grün, und die Sicht sinkt. Riesenhaie sind auf dem Weg nach Norden; die ersten werden meist Ende Mai vor Rogaland und Hordaland gemeldet.
Die winterlichen Oberflächentemperaturen im Norden sind es, die den Grönlandhai ganzjährig hier halten, und die sommerlichen Temperaturen im Süden sind es, die den Weißen Hai fernhalten. Norwegisches Wasser wurde nie über etwa 20 °C gemessen, und dann nur ganz im inneren Oslofjord.
Haiangriffe in Norwegen: Was die Statistik tatsächlich zeigt
Norwegen hat die Art von Haiangriffsstatistik, die nur ein kaltes Land haben kann. SharkSider erfasst jeden gemeldeten Fall in seiner eigenen Datenbank, veröffentlicht auf der Seite Haiangriffe in Norwegen. Sie enthält zwei Einträge für das Land: einen datierten Fall aus der Neuzeit, unten beschrieben, und einen aus dem Jahr 1818 bei Herøy an der Møre-Küste, ein vermutliches Ertrinken, bei dem die Beteiligung eines Hais nie bestätigt wurde. Die Zusammenfassungszeile zählt nur den datierten modernen Fall (beide Einträge stehen auf der wöchentlich aktualisierten Angriffsseite):
- 2007 · Sjøstrand, Oslo FjordScuba diving — Provoked incident no injury. diver touched 'dead' shark; shark bit his equipment-covered armArt: 3' small spotted catshark, Scyliorhinus canicula · nicht tödlich
Der Fall von 2007 lohnt eine Beschreibung, weil er zeigt, wie gering Norwegens Hai-Risiko tatsächlich ist. Ein Sporttaucher fand bei Sjøstrand im Oslofjord einen Kleingefleckten Katzenhai auf dem Grund, hielt ihn für tot und hob ihn auf. Der etwa 90 cm lange Fisch verbiss sich in seinem Neoprenanzugärmel. Keine Verletzung, keine medizinische Behandlung, und der Hai wurde freigelassen. Das International Shark Attack File führt es als provozierten Vorfall, und es ist bis heute das einzige Mal, dass ein Hai in norwegischen Gewässern jemanden gebissen hat, in den zwei Jahrhunderten, die die Datenbanken abdecken. Der Herøy-Eintrag von 1818 ist ein Ertrinken, bei dem sich möglicherweise ein Hai in der Nähe befand, aufgezeichnet in einer Zeit, in der jede im Meer gefundene Leiche mit Bissspuren Haien zugeschrieben wurde.
Das Muster ist leicht zu erklären. Die Haie, denen ein norwegischer Schwimmer begegnen könnte, Dornhaie und Katzenhaie, sind unter einem Meter lang und fressen kleine Fische und Krebstiere. Die größeren Arten, Heringshaie, Riesenhaie und Grönlandhaie, leben vor der Küste oder in der Tiefe und haben nirgendwo im Nordatlantik eine Geschichte von Bissen an Menschen. Was Schwimmer in Norwegen tötet, ist kaltes Wasser: Kälteschock und Unterkühlung fordern jedes Jahr Leben in Fjorden, in denen es einen Meter unter einer 16 °C warmen Oberfläche 8 °C kalt ist. Der Standard-Sicherheitsrat zu Haien lohnt sich vor einem Urlaub in wärmeren Meeren; zu Hause lautet der Rat: Neoprenanzug.
Ist Schwimmen und Schnorcheln in Norwegen sicher?
Was Haie angeht, völlig. Norwegen hat Tausende Badeplätze, von den Stadtstränden Oslos und Bergens bis zu den weißen Sandbuchten der Lofoten, und keiner davon hatte je ein Haiproblem. Die Tiere, die ein Schnorchler realistisch sehen könnte, sind ein Kleingefleckter Katzenhai, der im Sand des Oslofjords liegt und bei Annäherung wegschwimmt, oder ein Dornhai, der im Herbst in einem Schwarm vorbeizieht. Beide sind harmlos. Taucher, die nachts gezielt in den Fjorden von Bergen nach Laternenhaien suchen, haben es mit einem 40 Zentimeter großen Tier zu tun, das schwach blau leuchtet; die Gefahr geht hier komplett in die andere Richtung.
Die eigentlichen Gefahren im norwegischen Wasser sind physikalischer Natur. Die Oberfläche kann im August angenehme 17 °C haben, während das Wasser in zehn Metern Tiefe unter 10 °C liegt, und Schwimmer, die von Felsen in einen Fjord springen, können einen Kälteschock erleiden. Strömungen in Meerengen wie Saltstraumen und dem Moskstraumen vor Lofoten sind für Boote gefährlich, für Schwimmer erst recht. Quallen, besonders die Gelbe Haarqualle im Spätsommer, verletzen jedes Jahr mehr Norweger als jeder Hai je hat. Angler sollten Dornhaie vorsichtig behandeln: Der Stachel vor jeder Rückenflosse trägt ein mildes Gift, und ein Stich in die Hand schmerzt stundenlang.
Schnorcheln mit Riesenhaien ist in einem guten Sommer vor der Westküste möglich, auch wenn es keine organisierte Industrie wie in Schottland oder Irland gibt. Es gelten dieselben Regeln wie beim Schwimmen mit Walhaien: ruhig von einem stillstehenden Boot aus ins Wasser gehen, mehrere Meter vom Körper entfernt bleiben und weit weg vom Schwanz, und das Tier niemals berühren oder ihm den Weg versperren. Ein Riesenhai ist ein Planktonfresser ohne jedes Interesse an Menschen, wiegt aber mehrere Tonnen, und sein Schwanz kann einen Schwimmer bewusstlos schlagen.
Haischutz in Norwegen
Norwegens Verhältnis zu Haien war den größten Teil des 20. Jahrhunderts ein kommerzielles. Die Heringshai-Fischerei, die in den 1920er-Jahren begann, machte Norwegen zur größten Heringshai-Fangnation der Welt, mit Anlandungen, die in der Nordsee auf mehrere tausend Tonnen pro Jahr anstiegen, bevor der Bestand in den 1960er-Jahren zusammenbrach und, nach einer Verlagerung in den Nordwestatlantik, erneut in den 1970er-Jahren. Die Riesenhai-Fischerei war noch größer: Norwegische Harpunenboote fingen zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren jährlich Tausende Riesenhaie für ihr Leberöl, und Norwegen blieb das letzte Land im Nordatlantik, das sie noch jagte. Der Dornhai wurde in zehntausenden Tonnen angelandet, meist für den britischen Fish-and-Chips-Handel, bis auch dieser Bestand auf einen Bruchteil seiner Größe schrumpfte.
Die Wende kam in den 2000er-Jahren. Norwegen schloss die Riesenhai-Fischerei 2006, verbot die gezielte Heringshai-Fischerei 2007 und die Dornhai-Fischerei 2011, und verlangt heute, dass lebend als Beifang gefangene Riesenhaie und Heringshaie freigelassen werden. Beide Arten stehen auf der Liste der Konvention zur Erhaltung wandernder Tierarten, und der Heringshai ist im CITES-Anhang II gelistet, den Norwegen durchsetzt. Die Dornhai-Geschichte hat eine Wendung: Nach einem Jahrzehnt des Schutzes stellte das Institut für Meeresforschung fest, dass sich der Bestand im Nordostatlantik erholte, und 2023 eröffnete Norwegen eine begrenzte, quotengesteuerte Dornhai-Fischerei wieder, einer der wenigen Haibestände weltweit, der auf wissenschaftlichen Rat hin geschlossen, wieder aufgebaut und erneut geöffnet wurde. Der Grönlandhai, das langlebigste Tier des Landes mit bis zu 400 Jahren oder mehr, genießt keinen speziellen Schutz, wird aber nicht mehr gezielt befischt, und das Institut markiert nun die auf Langleinen der Barentssee gefangenen Exemplare, um zu erfahren, wohin sie ziehen. Für das globale Bild hinter diesen Entscheidungen lies warum Haie gefährdet sind.
Haie in benachbarten Gewässern
Norwegen liegt an der Spitze einer gemeinsamen Hai-Fauna des Nordatlantiks und der Nordsee. Schweden hat dieselben Dornhaie, Katzenhaie und gelegentliche Heringshaie im Skagerrak und Kattegat, die zum Baltikum hin abnehmen, während das Wasser süßer wird, und Dänemark landet dieselben Arten in Skagen und Hirtshals aus der Nordsee an. Finnland, tief in der brackigen Ostsee, hat fast nichts. Island teilt sich Grönlandhai, Riesenhai und Heringshai und isst noch immer fermentierten Grönlandhai als hákarl; die Barentssee-Küste Russlands ist der östliche Rand des Verbreitungsgebiets des Grönlandhais, und die Niederlande liegen am flachen südlichen Ende derselben Nordsee. Für die Kaltwasserarten im Allgemeinen siehe unsere Seite über Haie der Arktis, und für jede von uns behandelte Küste Haie rund um die Welt.
Häufige Fragen
Gibt es Haie in Norwegen?
Ja. Mindestens 16 Arten haben gesicherte Nachweise in norwegischen Gewässern. Die häufigsten sind der Dornhai (pigghå), der Samt-Laternenhai und der Schwarzmaul-Katzenhai der tiefen Fjorde, der Kleingefleckte Katzenhai des Oslofjords und der Südküste, der Heringshai der Nordsee, der Riesenhai im Sommer vor der Westküste und der Grönlandhai im Norden.
Gab es Haiangriffe in Norwegen?
Praktisch nicht. Die Datenbank von SharkSider verzeichnet zwei Einträge: ein vermutliches Ertrinken bei Herøy 1818, bei dem nie ein Hai bestätigt wurde, und einen Fall von 2007 im Oslofjord, bei dem ein Taucher einen vermeintlich toten Kleingefleckten Katzenhai aufhob und dieser ihm in den Neoprenanzugärmel biss. Es wurde nie bestätigt, dass in Norwegen jemand durch einen Hai verletzt wurde.
Gibt es Weiße Haie in Norwegen?
Nein. Es gibt keinen bestätigten Nachweis eines Weißen Hais in norwegischen Gewässern. Die Art bevorzugt Wasser zwischen 12 und 24 Grad, und die norwegische Küste erreicht nur für wenige Wochen im Spätsommer das untere Ende dieser Spanne. Die nächstgelegenen bestätigten Nachweise Weißer Haie in Europa liegen im Golf von Biskaya und im Mittelmeer.
Ist Schwimmen im Meer in Norwegen sicher?
Ja, was Haie betrifft. Kein norwegischer Strand hatte je ein Haiproblem, und die einzigen Arten, denen ein Schwimmer begegnen könnte, Katzenhaie und Dornhaie, sind unter einem Meter lang und harmlos. Die eigentlichen Gefahren sind kaltes Wasser unter der warmen Oberflächenschicht, Gezeitenströmungen in den Meerengen und Gelbe Haarquallen im Spätsommer.
Kann man in Norwegen Riesenhaie sehen?
Ja, im Sommer. Riesenhaie tauchen im Juni und Juli vor der Westküste auf, besonders um Møre und Runde, wenn das Plankton am dichtesten ist, und werden von Fischerbooten, Fähren und Vogelfelsen aus gesichtet. Norwegen jagte sie bis 2006 wegen ihres Leberöls; seither stehen sie unter Schutz, und die Sichtungen nehmen langsam zu.
Gibt es Grönlandhaie in Norwegen?
Ja. Der Grönlandhai, lokal håkjerring genannt, lebt im kalten Tiefwasser der nördlichen Fjorde und des Barentssee-Schelfs und wird auf Langleinen vor Andenes, Tromsø und Finnmark gefangen. Sportangler haken gelegentlich einen in den tiefen Fjorden weiter südlich, und Taucher in Tromsø haben sie im Winter gefilmt.
Was ist der häufigste Hai in Norwegen?
Der Dornhai, der in Schwärmen über den gesamten Schelf und in den Fjorden lebt und der Hai, den Angler am häufigsten fangen. Rein zahlenmäßig könnte der Samt-Laternenhai, eine 40 Zentimeter lange, leuchtende Tiefwasserart, sogar noch häufiger sein, doch er lebt weit unterhalb dessen, was jemand zu sehen bekommt.
Wann ist die beste Zeit, um Haie in Norwegen zu sehen?
Juni bis September für Riesenhaie an der Oberfläche und Heringshaie auf den Bänken, Oktober und November für Taucher, die im klareren Wasser des Oslofjords Katzenhaie suchen, und der tiefe Winter für Grönlandhaie, die im Norden zwischen Dezember und März am häufigsten gefangen werden.
Ist Haifischerei in Norwegen legal?
Teilweise. Die Fischerei auf Riesenhaie ist seit 2006 verboten und auf Heringshaie seit 2007, und beide müssen bei versehentlichem Fang lebend freigelassen werden. Die Dornhai-Fischerei wurde 2011 geschlossen und 2023 unter strikter Quote nach Bestandserholung wiedereröffnet. Grönlandhaie und die kleinen Tiefwasserarten genießen keinen speziellen Schutz, werden aber nicht gezielt befischt.
Gibt es Haie im Oslofjord?
Ja. Der Oslofjord ist der beste Ort Norwegens, um einen Hai zu sehen, denn Kleingefleckte Katzenhaie ruhen in seinen sandigen Böden in 10 bis 40 Metern Tiefe und sind bei Drøbak und Sjøstrand ein regelmäßiger Anblick für Taucher. Dornhaie ziehen im Herbst in den Fjord, und Schwarzmaul-Katzenhaie und Laternenhaie leben in seiner tiefen zentralen Rinne.
Quellen

Ein kleines Team, das sich auf die Erforschung von Haien konzentriert und die Meeresbiologie verständlich macht. Jede Seite wird anhand aktueller Artennachweise und der SharkSider-Angriffsdatenbank überprüft und aktualisiert, sobald neue Vorfälle oder Forschungsergebnisse bekannt werden.
Veröffentlicht am 13. Dezember 2022 · Zuletzt aktualisiert am 21. September 2026 · Vorfalldaten aus der SharkSider-Angriffsdatenbank (1 Einträge für Norwegen, davon 0 tödlich).






















