Ja, es gibt Haie in Kroatien, etwa 29 Arten, und fast alle sind klein, tief lebend oder küstenfern. Kleingefleckte Katzenhaie, Großgefleckte Katzenhaie, Gemeine und Sternfleck-Glatthaie sowie Dornhaie machen den Alltagsfang aus, mit Blauhaien und Kurzflossen-Makos jenseits der Inseln; Riesenhaie kommen mit der Frühjahrsblüte, und der Weiße Hai, so selten er ist, ist ein echtes Adria-Tier.
Die SharkSider-Datenbank verzeichnet 29 Einträge für Kroatien ab dem Jahr 1900, 17 davon als tödlich markiert, obwohl diese Zahl einen falschen Bericht von 1934, einen zweifelhaften Fall von 1910 und einen 1971 doppelt erfassten Todesfall einschließt; die anerkannte Zahl liegt bei etwa 14 Toten, der letzte 1974 bei Omiš. Sieben ältere Einträge von 1872 bis 1893 betreffen meist menschliche Überreste, die in der Nähe von Rijeka in Haien gefunden wurden. Die einzige Verletzung seit 1974 war ein Speerfischer, dem 2008 vor Vis ein Weißer Hai in die Wade biss, und der “Angriff” von 2012 in der Bucht von Bakar entpuppte sich als Schwertfisch.
- Nachgewiesene Haiarten29 mit soliden Nachweisen
- SchutzstatusWeißer Hai, Riesenhai und Engelhaie sind streng geschützt; EU-Vorschriften seit 2013
- Am häufigsten vom Strand aus zu sehenKleingefleckter Katzenhai und Glatthaie
- Typische BegegnungBlauhaie über der Jabuka-Senke; Riesenhaie im Frühjahr
- Vorfälle in der Datenbank29 datiert (1900–2012), 17 als tödlich markiert; letzter Todesfall 1974
- Wassertemperatur10–13 °C im Februar (Norden), 24–27 °C im August

Auf dieser Seite
- Wo Haie in kroatischen Gewässern leben
- Liste der verschiedenen Haiarten in Kroatien
- Wo man in Kroatien Haie sehen kann
- Beste Jahreszeit für Haisichtungen in Kroatien
- Haiangriffe in Kroatien: Was der Datensatz wirklich zeigt
- Ist Schwimmen und Schnorcheln in Kroatien sicher?
- Haischutz in Kroatien
- Haie in benachbarten Gewässern
- Häufige Fragen
- Quellen
Wo Haie in kroatischen Gewässern leben
Die Adria ist ein langer, schmaler Arm des Mittelmeers, und die kroatische Seite ändert ihren Charakter von Norden nach Süden. Das nördliche Becken, von Istrien bis hinter den Golf von Kvarner, ist flach, selten tiefer als 50 m, und wird vom Po und den Flüssen der italienischen Ebene gespeist. Es ist das produktivste Gewässer im gesamten Mittelmeer, ein grünes, planktonreiches Meer, das Millionen von Sardinen und Sardellen ernährt und über sie die Haie, die sie fressen. Deshalb war der Golf von Kvarner rund um Rijeka, Opatija, Bakar und Krk immer der Teil Kroatiens, in dem die großen Fische auftauchten: Riesenhaie mit der Frühjahrsblüte, Blauhaie und Makos, die den Sardinenschwärmen folgen, und, ein Jahrhundert lang, Weiße Haie. Im Kvarner konzentrieren sich auch Kroatiens tödliche Vorfälle, von Volosko 1900 bis Preluka 1974.
Südlich von Zadar wird der Meeresboden tiefer. Die Jabuka-Senke, ein 270 m tiefes Becken um den winzigen Vulkaninselfelsen Jabuka westlich von Vis, ist die Kinderstube der Adria für Seehecht und Kaisergranat und ein Magnet für pelagische Haie; kroatische Langleinenfischer haben dort seit Generationen Blauhaie, Fuchshaie und Makos gefangen. Weiter südlich, hinter Lastovo und Mljet, fällt die Südadriatische Senke auf 1.233 m ab, und dort leben die Tiefseehaie: Stumpfnasen-Sechskiemerhaie, Schlurfhaie, Feilenzahnhaie, Samt-Laternenhaie und der Schweinshai, alle bekannt aus tiefen Langleinen und Schleppnetzuntersuchungen, aber keiner je von den Stränden aus gesehen.
Der dritte Lebensraum ist der, in dem Touristen tatsächlich schwimmen. Kroatiens 1.244 Inseln liegen auf einem felsigen, algenbewachsenen Schelf zwischen 5 und 100 m Tiefe, durchzogen von Felsvorsprüngen und Seegraswiesen, und dort verdienen die kleinen Grundhaie ihren Lebensunterhalt. Ein Taucher, der bei Kornati, Vis oder den Brijuni-Inseln unter Felsvorsprünge schaut, findet tagsüber ruhende Kleingefleckte und Großgefleckte Katzenhaie; die Trawler Istriens und Dalmatiens landen Glatthaie und Dornhaie kistenweise an, und auf jedem Fischmarkt von Pula bis Dubrovnik werden sie als pas, kostelj oder mačka verkauft. Auf Kroatisch ist ein Hai ein morski pas, ein “Meereshund”, und der Weiße Hai ist die velika bijela psina.
Liste der verschiedenen Haiarten in Kroatien
Die Tabelle listet jeden Hai mit einem verlässlichen kroatischen Nachweis auf, zusammengestellt aus Fischereianlandungen, Forschungsschleppnetzen und bestätigten Sichtungen; die Größenangaben sind realistische Längen ausgewachsener Tiere und nicht die des größten je gefangenen Exemplars. Die Spalte Risiko bezieht sich auf einen Badegast an einem kroatischen Strand, was für fast alle diese Arten eine reine Formsache ist: Sie leben am Grund, unterhalb von 100 m oder weit draußen über den Senken. Die eine Ausnahme, der Weiße Hai, wird in den folgenden Abschnitten ehrlich behandelt. Eine Anmerkung zu den Namen: Der “Schulhai” älterer Listen ist der Hundshai, und der “Engelhai” sind in der Adria tatsächlich drei verschiedene Arten, von denen der Gemeine Engelhai mit Abstand am häufigsten registriert wird.
| Art | Größe ausgewachsen | Risiko für Badende | Wo in Kroatien & Hinweise |
|---|---|---|---|
Weißer HaiCarcharodon carcharias![]() | 4–5,5 m (13–18 ft) | Hoch | Seltener Besucher; historisch der Golf von Kvarner, Vis, OmišDie Art hinter fast allen kroatischen Todesfällen von 1900 bis 1974 und dem Vis-Biss von 2008. Streng geschützt; wenige bestätigte Tiere pro Jahrzehnt. |
Kurzflossen-MakoIsurus oxyrinchus![]() | 2,5–3,5 m (8–12 ft) | Mittel | Offenes Wasser über der Jabuka- und der Südadriatischen SenkeFolgt Thunfischen und Schwertfischen; gelegentlich von Langleinenfischern gefangen. Nie an den Stränden. |
BlauhaiPrionace glauca![]() | 2–3 m (7–10 ft) | Gering | Äußere Inseln und Senken, Juni bis SeptemberDer häufigste große Hai der Adria und der, den eine Bootscrew am ehesten sieht. Neugierig, nicht aggressiv. |
HeringshaiLamna nasus![]() | 2–2,5 m (7–8 ft) | Gering | Kaltes Wasser der nördlichen Adria im Winter und FrühjahrEin kräftiger Kaltwasserverwandter des Weißen Hais, im Mittelmeer inzwischen selten; geschützt. Nachweise stammen von den Fischmärkten des Kvarner. |
RiesenhaiCetorhinus maximus![]() | 6–8 m (20–26 ft) | Gering | Kvarner, Istrien und Dugi Otok im April und MaiDie psina golema. Planktonfresser, harmlos, streng geschützt; Kroatiens verlässlichste Großhai-Sichtung. |
Gemeiner FuchshaiAlopias vulpinus![]() | 3,5–4,5 m (11–15 ft), Schwanz eingerechnet | Gering | Vor der Küste, den Sardinenschwärmen im Sommer folgendDer obere Schwanzlappen ist so lang wie der Rest des Fisches. Wird auf Langleinen über den Senken gefangen. |
Großaugen-FuchshaiAlopias superciliosus![]() | 3,3–4 m (11–13 ft), Schwanz eingerechnet | Gering | Tiefes Wasser der südlichen Adria; seltenEine Handvoll kroatischer Nachweise von tiefen Langleinen. Harmlos. |
SandbankhaiCarcharhinus plumbeus![]() | 1,8–2,4 m (6–8 ft) | Gering | Sandbuchten und Flussmündungen der nördlichen AdriaDie einzige küstennahe Requiemhai-Art der Adria, im Sommer gesehen und einst häufig. Scheu. |
KupferhaiCarcharhinus brachyurus![]() | 2,5–3 m (8–10 ft) | Mittel | Seltene Sommernachweise in der zentralen AdriaEin gelegentlicher Besucher aus dem weiteren Mittelmeer; wenige verifizierte kroatische Exemplare. |
Glatter HammerhaiSphyrna zygaena![]() | 2,5–3,5 m (8–12 ft) | Gering | Vor der Küste; selten, meist südliche AdriaDer einzige Hammerhai mit soliden Adria-Nachweisen. Im Mittelmeer vom Aussterben bedroht und geschützt. |
SandtigerhaiCarcharias taurus![]() | 2,5–3 m (8–10 ft) | Gering | Nur historische Nachweise; möglicherweise aus der Adria verschwundenFurchterregend aussehend, aber gutmütig. Früher an der dalmatinischen Küste gefangen; heute geschützt und fast nie zu sehen. |
Kleingefleckter KatzenhaiScyliorhinus canicula![]() | 0,6–0,8 m (2–2,5 ft) | Gering | Überall auf dem Schelf, unter Felsvorsprüngen und auf SandDie mačka bljedica, der Hai, den ein kroatischer Taucher tatsächlich sieht. Legt Eikapseln an Algen und Hornkorallen ab. |
| Großgefleckter KatzenhaiScyliorhinus stellaris | 1–1,4 m (3–4,5 ft) | Gering | Felswände und Höhlen: Kornati, Vis, TelašćicaDer größere, auffälliger gefleckte Katzenhai. Ruht tagsüber in Höhlen; völlig harmlos. |
Schwarzmaul-KatzenhaiGaleus melastomus![]() | 0,5–0,7 m (1,5–2,5 ft) | Gering | Schlammige Hänge unterhalb von 150 m, Süd- und Mittelabschnitt der AdriaEin Tiefwasser-Katzenhai mit schwarz gesäumtem Maul. Beifang der Schleppnetzfischerei, von Tauchern nie gesehen. |
Gemeiner GlatthaiMustelus mustelus![]() | 1–1,5 m (3–5 ft) | Gering | Sandböden des nördlichen Schelfs und des KvarnerDer pas mekuš der Fischmärkte. Frisst Krabben; flache, fast zahnlos wirkende Zähne. |
| Schwarzpunkt-GlatthaiMustelus punctulatus | 0,9–1,2 m (3–4 ft) | Gering | Schelf der nördlichen Adria, vermischt mit den anderen GlatthaienErst kürzlich von seinen Verwandten abgetrennt; wahrscheinlich der häufigste Glatthai im Norden. |
SternhaiMustelus asterias![]() | 1–1,3 m (3–4 ft) | Gering | Schelfsande, vor allem Norden und MitteWeiß gesprenkelter Rücken. Bringt in den flachen Buchten im Frühsommer lebende Junge zur Welt. |
HundshaiGaleorhinus galeus![]() | 1,5–1,8 m (5–6 ft) | Gering | Schelf und Hang, meist in tieferem WasserÄltere kroatische Listen nennen ihn den Schulhai. Schnell, scheu und nach GFCM-Regeln tabu. |
| DornhaiSqualus acanthias | 0,8–1,2 m (2,5–4 ft) | Gering | Nördliche Adria im Winter und FrühjahrDer kostelj. Ein Kaltwasserhai mit giftigen Rückenstacheln; fester Bestandteil des Schleppnetzfangs. |
| Langnasen-DornhaiSqualus blainville | 0,7–1 m (2,5–3 ft) | Gering | Tieferer Schelf und Hang, Mitte und SüdenDer Dornhai wärmerer Gewässer, im Süden häufiger als der gewöhnliche Dornhai. |
Stumpfnasen-SechskiemerhaiHexanchus griseus![]() | 3,5–4,8 m (11–16 ft) | Gering | Südadriatische Senke und Hänge der Jabuka-SenkeDer größte Tiefseehai der Adria, gefangen auf tiefen Langleinen vor Lastovo und Vis. |
Spitzkopf-SiebenkiemerhaiHeptranchias perlo![]() | 1–1,3 m (3–4 ft) | Gering | Tiefe südliche Hänge; seltenEin schlanker, großäugiger urtümlicher Hai, bekannt aus wenigen Schleppnetznachweisen. |
| Gemeiner EngelhaiSquatina squatina | 1,2–1,8 m (4–6 ft) | Gering | Sandiger Schelf der nördlichen Adria; heute seltenDer sklat. Ein flacher, rochenähnlicher Lauerjäger, früher kommerziell befischt, heute vom Aussterben bedroht und geschützt. |
Sägerücken-EngelhaiSquatina aculeata![]() | 1,2–1,5 m (4–5 ft) | Gering | Tieferer Schelf, südliche Adria; sehr seltenErkennbar an einer Dornreihe auf dem Rücken. Eine Handvoll kroatischer Nachweise. |
| Ozellierter EngelhaiSquatina oculata | 1–1,4 m (3–4,5 ft) | Gering | Schlammige Hänge, südliche Adria; sehr seltenDer dritte Adria-Engelhai, mit Augenflecken auf den Flossen. Vom Aussterben bedroht. |
SchlingerhaiCentrophorus granulosus![]() | 0,9–1,2 m (3–4 ft) | Gering | Südadriatische Senke, unterhalb von 400 mEin Tiefseehai mit riesigen grünen Augen; einer der am langsamsten reproduzierenden Haie überhaupt. |
SchokoladenhaiDalatias licha![]() | 1–1,5 m (3–5 ft) | Gering | Tiefe Hänge der südlichen AdriaEin schwarzer, biolumineszenter Tiefseehai, gefangen auf den Langleinen vor Lastovo. |
Samt-LaternenhaiEtmopterus spinax![]() | 0,35–0,45 m (1–1,5 ft) | Gering | Schlammige Hänge unterhalb von 200 m, Mitte und SüdenDer kleinste Hai der Liste, der im Dunkeln entlang seines Bauches leuchtet. Nur Beifang der Schleppnetzfischerei. |
SchweinshaiOxynotus centrina![]() | 0,5–0,8 m (1,5–2,5 ft) | Gering | Schlammiger Schelf und Hang, meist im SüdenEin merkwürdiger, hochrückiger Hai mit segelartigen Flossen. Durch die GFCM-Liste geschützt. |
Mehrere Haie, nach denen Besucher fragen, haben auf einer kroatischen Liste nichts verloren. Weder der Bullenhai noch der Tigerhai kommen irgendwo im Mittelmeer vor; die Großen und Bogenstirn-Hammerhaie sind nur von einem oder zwei Irrgästen im äußersten Süden des Beckens bekannt und wurden nie in der Adria nachgewiesen, und der Weißspitzen-Hochseehai gehört in den offenen Atlantik. Der Weiße Hai dagegen gehört hierher. Das Mittelmeer beherbergt eine kleine, genetisch eigenständige und vom Aussterben bedrohte Population, und die Adria ist eine ihrer historischen Hochburgen: Kroatische und italienische Nachweise summieren sich seit den 1860er-Jahren auf mehrere Dutzend dokumentierte Weiße Haie, weit mehr als die zwölf Sichtungen, die ältere Fassungen dieser Seite nannten. Moderne Begegnungen sind selten, vielleicht ein bestätigtes Tier alle paar Jahre, aber der 5 m große Fisch, der 2008 vor Vis einen Speerfischer biss, zeigt, dass die Art nicht verschwunden ist.
Wo man in Kroatien Haie sehen kann
Niemand verkauft in Kroatien Haitauchgänge, und eine lebende Haisichtung ist etwas, das man sich mit Geduld verdient statt zu buchen. Dies sind die Orte, an denen Haie am zuverlässigsten Teil der Kulisse sind, im Wasser oder am Kai.
- Nationalpark KornatiKroatiens dichtestes Archipel, 89 Inseln aus nacktem Kalkstein westlich von Šibenik mit steilen Außenwänden. Taucher, die die Felsvorsprünge in 15–30 m Tiefe absuchen, finden Kleingefleckte und Großgefleckte Katzenhaie, und die Fischer des Parks sehen im Sommer Blauhaie über dem äußeren Steilabfall.
- Vis, Biševo und die Jabuka-SenkeDie ozeanischste Inselgruppe Kroatiens. Die Jabuka-Senke westlich von Vis ist der pelagische Hotspot der Adria für Blauhaie, Fuchshaie und Makos, und die Bucht von Smokvina auf Vis ist der Ort, an dem 2008 der Weißer-Hai-Biss geschah. Die Fischereiflotte von Komiža landet noch immer Glatthaie und Dornhaie an.
- Der Golf von Kvarner: Rijeka, Opatija, Bakar und KrkDas produktivste Gewässer der Küste und der Schauplatz der meisten historischen Weißer-Hai-Fälle. Heute ist der Golf voller Fähren und Badegäste; die Verbindung zu den Haien überlebt auf den Fischmärkten von Rijeka und in Riesenhai-Sichtungen im Frühjahr vor Krk und Cres.
- Nationalpark Brijuni, IstrienVierzehn Inseln vor Pula mit geschützten Seegraswiesen und flachem Riff. Katzenhaie und junge Glatthaie leben auf den Seegraswiesen; der Park bietet geführtes Schnorcheln und Bootstouren an.
- Naturpark Lastovo-InselnKroatiens abgelegenstes bewohntes Archipel, seit 2006 geschützt, mit sauberem Wasser und steilen Wänden hinunter zur Südadriatischen Senke. Tiefseehaie werden von den örtlichen Langleinenfischern angelandet, und im Spätsommer werden Blauhaie von Booten zwischen Lastovo und Sušac gesichtet.
- Telašćica und Dugi OtokEin Naturpark mit 160 m hohen Klippen zur offenen See und einer Lagune dahinter. Großgefleckte Katzenhaie in den Höhlen der Außenwand, und einer der besseren Orte der Küste für eine gelegentliche Riesenhai-Sichtung im April und Mai.
- Aquarium Pula, Fort VerudelaDas größte Aquarium Kroatiens, in einer österreichisch-ungarischen Festung aus dem 19. Jahrhundert, hält adriatische Katzenhaie und Glatthaie unter 200 heimischen Arten. Der einzige garantierte Hai des Landes und ein guter Einstieg vor dem Tauchgang.
Für eine realistische Sichtung taucht man im Spätfrühling oder Herbst bei Kornati oder Vis und sucht unter Felsvorsprüngen nach Katzenhaien. Für pelagische Haie ist der einzige praktikable Weg ein Angeltörn ab Komiža oder Lastovo entlang der Ränder der Senken im Juli und August, und die besseren Skipper markieren Blauhaie inzwischen und setzen sie wieder aus, statt sie anzulanden.
Beste Jahreszeit für Haisichtungen in Kroatien
Die Adria hat eine der größten Temperaturschwankungen aller Mittelmeerregionen, und ihre Haie bewegen sich mit ihr.
- April und Mai: die Planktonblüte in der nördlichen Adria. Das ist die Riesenhai-Saison, mit den meisten kroatischen Sichtungen aus dem Kvarner, der äußeren Küste Istriens und rund um Dugi Otok, und die Zeit, in der Glatthai-Junge in den flachen Buchten erscheinen.
- Juni bis September: das Meer erwärmt sich von 20 °C auf 24–27 °C, in geschlossenen Buchten mehr. Blauhaie, Makos und Fuchshaie ziehen mit den Sardinenschwärmen über die Jabuka-Senke und die äußeren Inseln, und die historischen Weißer-Hai-Fälle häufen sich im Juli, August und September, wenn die Strände voll waren. Der Bura-Wind kann jederzeit heftig von den Bergen wehen und leert das Meer für ein oder zwei Tage von kleinen Booten.
- Oktober und November: noch warm, ruhiger, und das klarste Wasser des Jahres: die besten Tauchmonate für Katzenhaie an den Inselwänden.
- Dezember bis März: die nördliche Adria kühlt auf 10–13 °C ab, kalt genug, dass Heringshaie und Dornhaie in den Kvarner ziehen und sich die Grundhaie in tiefere Kanäle zurückziehen. Wenige tauchen, und wenige Haie werden gesehen.
Das Oberflächenwasser der südlichen Inseln fällt kaum unter 13 °C, und das gesamte Becken erwärmt sich rasch; Meereshitzewellen über 28 °C sind im August inzwischen die Regel und ziehen jedes Jahr Rotmeer- und Atlantikarten weiter die Küste hinauf.
Haiangriffe in Kroatien: Was der Datensatz wirklich zeigt
Kroatien hat den detailliertesten Hai-Vorfallsdatensatz der östlichen Adria, und er lohnt eine ehrliche Lektüre. Die vollständige, wöchentlich aktualisierte Liste steht auf der Seite Haiangriffe in Kroatien. Die Datenbank verzeichnet 29 Einträge ab 1900, 17 davon als tödlich markiert; diese Markierung schließt den Kraljevica-Bericht von 1934 über einen 6 m großen Weißen Hai ein, der sich später als falsch erwies, einen zweifelhaften Todesfall von 1910 in Rijeka und den 1971er Ika-Fall, der doppelt erfasst ist. Zieht man diese ab, liegt die anerkannte Gesamtzahl bei etwa 14 Toten zwischen 1900 und 1974. Sieben ältere Einträge reichen von 1872 bis 1893: ein Schwimmer, dem 1890 bei Fiume (Rijeka) die Beine abgetrennt wurden, menschliche Überreste, die 1887 und 1888 bei Kraljevica, Lukovo und Rijeka aus Haien geborgen wurden, und ein Hai, der 1874 vor Pag ein Fischerboot beschädigte. Dies sind die sechs jüngsten datierten Einträge:
- 2012 · Buccari BaySwimming — Leg struck. initally reported as a shark attack, but involved a swordfishArt: No shark involvement · nicht tödlich
- 2008 · Smokvina Bay, Vis Island, Split-Dalmatia Count,Spearfishing — Calf bittenArt: 5 m white shark · nicht tödlich
- 1974 · Lokva Rogoznica, Omis, Split-Dalmatia County — Foot severed fatalArt: White shark, 5 m [16.5'] · tödlich
- 1974 · Preluka Harbour, Primorje-Gorski Kotar County — FatalArt nicht bestimmt · tödlich
- 1971 · Ika, Istria CountySwimming — FatalArt: White shark · tödlich
- 1971 · Ika, IstriaSwimming — FatalArt: White shark · tödlich
Drei Dinge fallen auf. Erstens die Geografie: Die tödlichen Fälle liegen fast übereinander im Golf von Kvarner, bei Volosko (1900), Krk (zwei Schwimmer am selben Tag im August 1907), Susak (1934 und 1935), Opatija (1955 und 1961), Bakar (1966), Ika (1971) und Preluka (1974), mit einem zweiten, kleineren Cluster bei Sućuraj auf Hvar 1907 und bei Omiš 1974. Der Kvarner ist das reichste Gewässer der Adria und war auch dort, wo sich Mitteleuropas erste Seebäder ab den 1890er-Jahren mit Badegästen füllten; Haie und Badende trafen dort in Zahlen aufeinander wie nirgendwo sonst.
Zweitens die Art. Wo der Datensatz einen Hai benennt, ist es fast immer ein Weißer Hai: der 5 m große Fisch bei Omiš 1974, der einem Taucher den Fuß abtrennte, die Weißen Haie bei Ika, Bakar, Opatija und Susak, der 5,5 m große Weiße Hai, der 1954 von einem Boot vor Pag aus verzeichnet wurde. Kroatiens Liste ist im Grunde eine Weißer-Hai-Liste, was für eine Art Sinn ergibt, die Thunfischen und Delfinen in die Adria folgt und dort einst auch geboren wurde. Drittens die Daten: Der letzte Todesfall war im August 1974, und die einzige Verletzung seither ist der Speerfischer, dem im Oktober 2008 in der Bucht von Smokvina auf Vis in die Wade gebissen wurde und der ans Ufer schwamm und sich erholte. Der Fall in der Bucht von Bakar 2012, zunächst als Hai gemeldet, betraf einen Schwertfisch. Das ist ein Biss in fünfzig Jahren, in einem Land mit 20 Millionen Touristen pro Sommer. Was hier als vernünftige Praxis gilt: keine Alleinschwimmer weit hinaus und keine in der Dämmerung, kein blutender Fang am Gürtel beim Speerfischen, und ein ruhiger Rückzug gefolgt von einem Anruf beim Hafenmeister, sollte doch einmal ein großer Hai auftauchen.
Ist Schwimmen und Schnorcheln in Kroatien sicher?
Ja. Haie liegen weit unter den echten Gefahren eines kroatischen Strands: Seeigel auf jedem Felsen, der Bura-Wind, der Schlauchboote und Paddelbretter aufs Meer hinaustreibt, Bootsverkehr in den Inselkanälen, Quallenblüten in warmen Sommern und, zunehmend, das giftige Petermännchen, das sich in sandigen Untiefen vergräbt. Kein kroatischer Strand hat je ein Haischutznetz gebraucht, und die Rettungsschwimmer am Zlatni Rat oder in Bačvice haben nie eine Haiflagge gehisst.
Für einen Schnorchler sind die realistischen Begegnungen ein Kleingefleckter oder Großgefleckter Katzenhai, der unter einem Felsvorsprung schläft und langsam davonschwimmt, wenn man ihm zu nahe kommt, oder ein Glatthai oder Hundshai über dem Sand, eine graue Gestalt, die in einer Sekunde verschwunden ist. Ein Blauhai an den Außenwänden von Vis, Lastovo oder Kornati will sich nur einen Blick auf dich verschaffen und nichts weiter; bleib im Wasser, folge ihm mit den Augen, und eine Minute später ist er weg. Ein Riesenhai im Frühjahr ist ein Geschenk: ein Planktonfresser ohne jedes Interesse an dir, und die einzige Regel ist, sich nicht vor das Boot zu stellen, das ihm folgt.
Die eine Art, die Respekt verdient, ist der Weiße Hai, und die praktische Realität ist, dass er zu selten ist, um einen Urlaub um ihn herum zu planen. Die beiden Situationen, die in Kroatien zu Bissen geführt haben, sind ein Taucher in tiefem Wasser mit gespießten Fischen und Schwimmer, die in den Kvarner-Badeorten der 1950er- und 60er-Jahre weit vom Ufer entfernt waren. Wer speerfischt, sollte den Fang schnell aus dem Wasser holen und ihn nicht hinter sich herziehen; wer als Streckenschwimmer unterwegs ist, sollte nahe am Ufer und bei Tageslicht bleiben. Alles andere auf der Liste, vom Kurzflossen-Mako bis zu den Dornhaien, lebt zu weit draußen oder zu tief, um Teil deines Tages zu sein.
Haischutz in Kroatien
Kroatien schützt seine gefährdetsten Haie streng über sein Naturschutzgesetz: Der Weiße Hai, der Riesenhai, die drei Engelhaiarten und eine Liste weiterer Arten, darunter der Heringshai, der Glatte Hammerhai, der Sandtigerhai und der Sägerücken-Engelhai, dürfen nicht gefangen, behalten oder verkauft werden, und ein Fischer, der versehentlich einen fängt, muss ihn freilassen. Seit dem EU-Beitritt 2013 wendet das Land auch die Regel der Union zu den natürlich befestigten Flossen und deren Liste verbotener Arten an, und die GFCM, die Mittelmeer-Fischereikommission, fügt die zwei Dutzend durch das Barcelona-Übereinkommen geschützten Haie und Rochen hinzu. Der Handel mit Kurzflossen-Makos wird seit 2019 durch CITES kontrolliert.
Auf dem Wasser ist das Bild gemischt. Kroatien hat eine große Flotte kleiner Boote und einen Grundschleppnetzsektor, der denselben Schelf durchpflügt, auf dem Katzenhaie, Glatthaie und Dornhaie leben, und keine dieser Arten ist geschützt; sie werden legal als pas und kostelj angelandet und verkauft, und ihre Zahlen auf dem nördlichen Schelf sind über fünfzig Jahre Schleppnetzuntersuchungen stetig gesunken. Blauhaie, die auf Schwertfisch-Langleinen über den Senken gefangen werden, sind ebenfalls legal. Der Gemeine Engelhai, einst in der nördlichen Adria so verbreitet, dass er eine eigene Fischerei hatte, wird heute nur noch selten gesehen, und die Adria als Ganzes hat im vergangenen Jahrhundert die meisten ihrer großen Haie verloren; die regionale IUCN-Bewertung stuft mehr als die Hälfte der Mittelmeerhaie und -rochen als bedroht ein.
Die Schutzgebiete sind der Lichtblick. Kornati (1980), Brijuni (1983) und Mljet (1960) sind Nationalparks mit Fangbeschränkungen, Lastovo (2006) und Telašćica sind Naturparks, und Kroatien hat sich zum EU-Ziel bekannt, bis 2030 30 % der Meeresfläche zu schützen. Kroatische Wissenschaftler betreiben inzwischen eine nationale Sichtungsdatenbank für Weiße Haie, Riesenhaie und Engelhaie, zu der jeder Taucher oder Skipper beitragen kann; die Riesenhai-Meldungen der letzten Frühjahre im Kvarner kamen größtenteils aus der Öffentlichkeit. Besucher können helfen, indem sie Sichtungen melden, auf dem Markt etwas anderes als pas wählen und sich informieren, warum Haie bedroht sind.
Haie in benachbarten Gewässern
Kroatien teilt sich die Adria mit vier weiteren Küstenländern und dieselbe Haifauna mit dem gesamten zentralen Mittelmeer. Italien liegt Kroatien auf der anderen Seite des Beckens gegenüber und hat einen ebenbürtigen Weißer-Hai-Nachweis, der von der dem Kvarner zugewandten Küste bei Triest bis zur Sizilianischen Straße reicht. Montenegro und Albanien besitzen die tiefe südliche Adria, wo sich die pelagischen und Tiefseehaie konzentrieren, und Griechenland liegt jenseits der Straße von Otranto mit einer eigenen, längeren und älteren Vorfallsgeschichte. Malta und Tunesien liegen an der Sizilianischen Straße, dem Kernverbreitungsgebiet des mediterranen Weißen Hais und der Quelle der meisten Tiere, die nach Norden bis in die Adria wandern. Für den Rest des Mittelmeers und darüber hinaus beginnt man am besten beim Index Haie weltweit.
Häufige Fragen
Gibt es Haie in Kroatien?
Ja. Etwa 29 Arten sind in kroatischen Gewässern solide belegt, doch fast alle sind kleine Grundhaie wie Katzenhaie und Glatthaie oder Tiefsee- und küstenferne Arten wie der Blauhai und der Sechskiemerhai. Weiße Haie sind selten, aber echte Besucher der Adria, und Riesenhaie ziehen im Frühjahr durch.
Gab es Haiangriffe in Kroatien?
Ja, aber fast alle liegen lange zurück. Die SharkSider-Datenbank verzeichnet 29 Einträge seit 1900, mit rund 14 anerkannten Todesfällen zwischen 1900 und 1974, die meisten im Golf von Kvarner und Weißen Haien zugeschrieben. Der letzte Todesfall war 1974 bei Omiš, und die einzige Verletzung seither war ein 2008 vor Vis gebissener Speerfischer.
Gibt es Weiße Haie in Kroatien?
Ja, als seltener Besucher. Die Adria ist eine der historischen Hochburgen der kleinen mediterranen Weißer-Hai-Population, mit mehreren Dutzend dokumentierten Tieren seit den 1860er-Jahren, und ein 5 m großer Weißer Hai biss 2008 vor Vis einen Speerfischer. Bestätigte Sichtungen kommen heute vielleicht einmal alle paar Jahre vor.
Ist Schwimmen im Meer in Kroatien sicher?
Ja. Seit 1974 gab es in Kroatien keinen tödlichen Haiangriff mehr, und seither nur einen Biss, bei einem Speerfischer in tiefem Wasser. Seeigel, der Bura-Wind, Bootsverkehr und Quallen sind die eigentlichen Strandgefahren. Wer nahe am Ufer und bei Tageslicht schwimmt und keine gespießten Fische hinter sich herzieht, für den ist das Haisiko vernachlässigbar.
Wann war der letzte Haiangriff in Kroatien?
Der letzte registrierte Biss war im Oktober 2008 in der Bucht von Smokvina auf der Insel Vis, wo ein Weißer Hai einem Speerfischer in die Wade biss; er schwamm ans Ufer und erholte sich. Ein Fall in der Bucht von Bakar 2012 wurde zunächst als Hai gemeldet, betraf aber einen Schwertfisch. Der letzte tödliche Angriff war 1974 bei Omiš nahe Split.
Welche Haie sind in Kroatien häufig?
Der Kleingefleckte und der Großgefleckte Katzenhai sind die Haie, die Taucher sehen, ruhend unter Felsvorsprüngen an den Inselwänden. Der Gemeine, der Sternfleck- und der Schwarzfleck-Glatthai sowie der Dornhai werden täglich von Trawlern angelandet und auf jedem Fischmarkt verkauft. Vor der Küste ist der Blauhai die häufigste große Art.
Wann ist die beste Zeit für Haisichtungen in Kroatien?
Riesenhaie folgen der Planktonblüte vor Istrien, dem Kvarner und Dugi Otok im April und Mai; die Jabuka-Senke hält von Juli bis September Blauhaie, Makos und Fuchshaie, und die Inselwände, an denen Katzenhaie leben, sind für Taucher im Oktober und November am klarsten.
Gibt es Hammerhaie, Bullenhaie oder Tigerhaie in Kroatien?
Bullenhaie und Tigerhaie kommen nirgendwo im Mittelmeer vor. Der Glatte Hammerhai hat einige echte Adria-Nachweise, meist aus dem tiefen Süden, aber die Großen und Bogenstirn-Hammerhaie haben keine. Meldungen über sie in Kroatien sind fast immer falsch bestimmte Blauhaie, Makos oder Mondfische.
Ist Haifischerei in Kroatien legal?
Teilweise. Der Weiße Hai, der Riesenhai, die Engelhaie, der Heringshai, der Glatte Hammerhai und mehrere andere sind streng geschützt und müssen freigelassen werden, und EU-Regeln verbieten Finning. Katzenhaie, Glatthaie, Dornhaie und Blauhaie sind nicht geschützt und werden legal angelandet, meist als Beifang von Schleppnetz- und Schwertfisch-Langleinenfischern.
Kann man Riesenhaie in Kroatien sehen?
Ja, im Frühjahr. Riesenhaie folgen der Planktonblüte im April und Mai in die nördliche Adria, und die meisten kroatischen Sichtungen kommen aus dem Golf von Kvarner, der äußeren Küste Istriens und rund um Dugi Otok. Sie sind harmlose Filtrierer und streng geschützt; halte das Boot gut hinter ihnen und blockiere nie ihren Weg.
Quellen

Ein kleines Team, das sich auf Haiforschung konzentriert und Meeresbiologie leicht verständlich macht. Jede Seite wird anhand aktueller Artennachweise und der SharkSider-Angriffsdatenbank überprüft und aktualisiert, sobald neue Vorfälle oder Forschungsergebnisse erscheinen.
Veröffentlicht am 26. Dezember 2022 · Zuletzt aktualisiert am 21. September 2026 · Vorfalldaten aus der SharkSider-Angriffsdatenbank (29 Einträge für Kroatien, davon 17 tödlich).





























